Contents: Währung und Handel

295 
mehr wird der vom Aii.sJande einzuheimsende Nutzen von den 
Arlutrageuren, ii. z. sovvol.I von den inländisdien als von den 
ansland,sehen eingesaekt weiden. A\'ährend also England im 
Falle der Goldsteigerung um 5 Percent 20 Mill. Centner 
\\eizen kostenfrei erhalten hat, würde Frankreich in einem 
ähnlichen Falle den Werth dieser 20 3Iillionen Centner den 
Arbitrageuren der ganzen M'elt als gute Beute überlassen. 
enn sich aber umgekehrt die Preisdifferenz der beiden Edel- 
nietalle dadurch erweitert haben sollte, dass das eine im 
Preise gesunken wäre, so wird vorerst die Arbitrage die 
C,oursdifFerenz zwischen Gold und Silber eineassiren, dann 
abei wird das Boppelwährungsland , wenn erst einmal seine 
Ciidilation vollständig aus dem minderwerthigen Metalle 
besteht, neue Edelmetallzufuhren benöthigen und die Kosten 
derselben aus Eigenem bezahlen müssen. Seine Gläubiger und 
Geldbesitzer werden nunmehr verlieren, die Schuldner aber 
nichts gewinnen, denn der Nutzen wird, ähnlich wie im frü 
heren Falle bei England gezeigt wurde, an’s Ausland bezahlt 
werden müssen. 
Die Sache stellt sich also in Wahrheit folgen,lermassen: 
i)as Land mit einheitlicher A\^ährung gewinnt durch das Me 
dium seiner Gläubiger und Geldbesitzer, wenn der Preis seines 
Edelmetalls steigt, es verliert durch das .Medium derselben 
Individuen, wenn der Preis seines )lünzmetalls fällt. Die 
Preisfluctuationen des anderen Edelmetalls berühren es direct 
gar nicht. Das Dojipelwälirimgsland gewinnt niemals, es sei 
denn durch das .Aledium seiner Arbitrageure, die aber ihren 
Gewinn mit dem ganzen Weltmärkte theilen müssen. Es ver 
liert dagegen genau denselben Betrag, wie die Länder mit 
einheitlicher Währung, wenn der Preis eines der Edelmetalle 
fallt. ^ Dass der Verlust der nämliche ist, wie in den Ländern 
mit einheitlicher Währung, trotzdem die Münzen im Doppel 
währungslande a jiriori nur zu einem Theile aus dem ent- 
wertheten , zum anderen aus dem im Werthe gleichbleibenden 
oder vollends steigenden Aietalle bestehen , hat seinen Grund 
darin, dass die Arbitrage für ihre Rechnung und zu ihrem 
Nutzen die Umwechslung des höherwerthigen gegen das min- 
derwerthige besorgt und nach Ablauf einer gewissen Zeit der 
^lünzvorrath des Doppelwährungslandes stets zur Gänze aus
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.