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die aus 240 Millionen preußischen Konsols und 160 Millionen
Mark Reichsanleihe bestand. Noch Ende März 1911 war ein
.Bestand von mehr als 100 Millionen Mark unverkauft vorhanden
und erst am 15. April 1911 konnte das Konsortium auf
gelöst werden, nachdem das Reich und die Seehandlung für
Rechnung des Tilgungsfonds erhebliche Beträge gekauft hatten.
Auch die 4o/oige Anleihe von 1910 (340 Millionen Mark Reichs
und 140 Millionen Mark preußische Anleihe), die unter gün
stigen Verhältnissen des Geldmarktes aufgelegt wurde, mußte
in größeren Beträgen zurückgekauft werden und erst ungefähr
ein Jahr nach der Emission waren die Bestände ausverkauft und
konnte sich das Konsortium auflösen.
Die Folge des sich Jahr für Jahr in hohen Beträgen
erneuernden Angebots von Staatspapieren mußte eine Ermäßi
gung der Börsenpreise für diese Effekten sein, nicht etwa, weil
sich der Kredit von Reich und Bundesstaaten verschlech
terte, sondern weil dem großen Angebot eine genügend kauf
kräftige Nachfrage im Inlande nicht gegenüberstand und das
Ausland als Käufer deutscher Staatspapiere nur in verhältnis
mäßig geringem Umfange in Frage kam. Der Kursrückgang
der deutschen Reichs- und Staatsanleihen hätte sich sicherlich
in engeren Grenzen gehalten, wenn sowohl das Reich wie
die Bundesstaaten es verstanden hätten, sich neue Einnahme
quellen zu schaffen. Leider wurde auf diesem Gebiete von den
Regierungen der Einzelstaaten, ganz besonders aber von der
Reichsfinanzverwaltung manches versäumt. Erst im letzten Jahr
zehnt raffte man sich im Reiche zu der Erkenntnis auf, daß es
mit der bis dahin betriebenen Politik des Schuldenmachens
nicht in gleichem Tempo weitergehen könne, wenn nicht schließ
lich der Kredit des Reiches Gefahr laufen solle, eine Schädi
gung zu erleiden. Nun erst sicherte man durch Einführung neuer
Steuern und Zölle dem Reiche erhöhte Einnahmen. Es mag
heute dahin gestellt bleiben, ob diese auch für alle Zukunft
ausreichen. Jedenfalls wird es notwendig sein, daß die
Reichsfinanzverwaltung den in den letzten Jahren aufgestellten
und durchgeführten Grundsatz: „Keine Ausgabe ohne Deckung“
unbedingt befolgt und ihre ganze Energie daransetzt, ständige