Full text : Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

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schränkter  Haftung  Platz.  Damit  schreitet  nicht  nur  die  Vergrößeung
  der  Einzelbetriebe  fort,  sondern  auch  die  Vereinigung  mehrerer
Betriebe  in  einer  einzigen  Unternehmung  —  so  werden  Spinnereien
unter  sich,  Webereien  unter  sich,  Spinnerei  und  Weberei  und  die
dazu  gehörigen  Vorbereitungs-  und  Veredelungsbetriebe  kombiniert
—  zum  Zwecke  der  besseren  Kapitalausnutzung.  Durch  die  Vergrößerung ­
  des  Betriebes,  durch  die  Aufstellung  leistungsfähigerer
Maschinen  spart  man  an  den  Kosten  für  Beleuchtung,  Heizung,  Lohn,
Ausgaben  für  Reparaturen  etc.,  bei  der  Vereinigung  mehrerer  Produktionsstadien ­
  in  einem  Betriebe  erspart  man  vor  allem  die  vielen
Spesen,  die  man  sonst  dem  Zwischenhandel  zahlen  müßte,  und  man
umgeht  z.  T.  die  Schwierigkeiten,  die  die  Zollpolitik  für  den  einen
oder  anderen  Zweig  der  Industrie  mit  sich  bringt.  Größtmöglichen
Gewinn  zu  erzielen  ist  die  Parole;  diejenige  Betriebsorganisation,  die
das  am  besten  erreicht,  die  dem  in  ihr  investierten  Kapital  die  größte
Rente  sichert,  muß  als  Siegerin  im  Kampfe  um  die  industrielle  Vormacht ­
  hervorgehen,  ihr  gehört  die  Zukunft.  Die  Forderung,  die  man
an  eine  solche  Organisation  stellen  muß,  ist  die;  sie  muß  Produktion
und  Absatz  der  produzierten  Güter  beherrschen.  Solange  es  eine
Vielheit  von  Konkurrenten  gibt,  ist  die  persönliche  Einzelunternehmung
sowohl  wie  die  Aktiengesellschaft  dazu  außerstande.  Man  hat  es
daher  zunächst  mit  einer  Vereinbarung  versucht,  die  eine  Preis-  und
Produktionsregulierung  bezweckte.  Aber  siehe  da!  Sobald  die  Zeit
der  allgemeinen  Notlage  vorüber  und  wieder  einigermaßen  ruhigen
Verhältnissen  gewichen  war,  ging  die  Konvention  sehr  schnell  in  die
Brüche.  Dabei  glaube  ich  nicht  einmal,  daß  man  die  Schuld  daran
den  „Kleinen“  in  die  Schuhe  schieben  darf,  wenigstens  nicht  ihnen
allein.  Vorläufig  —  wer  vermag  zu  sagen,  wie  lange  noch?  —  gibt
es  noch  eine  beschränkte  Anzahl  von  Betrieben,  die  auch  in  schweren
Zeiten  vorzüglich  prosperieren;  sie  sind  teilweise  aus  persönlichen
Unternehmungen  hervorgegangen,  werden  womöglich  von  Nachkommen ­
  des  ursprünglichen  Gründers  geleitet  und  besitzen  nicht  nur
ein  großes  Maß  von  Selbstbewußtsein,  sondern  auch  von  Pietät,  das
sie  nur  im  Notfälle  einer  Kartellvereinbarung  beitreten  läßt,  weil  sie
nicht  gegen  den  Strom  schwimmen  können.  Das  andere  Extrem  sind
die  kleinen  Betriebe,  sie  haben  von  den  Preiskonventionen  nur  Vorteil, ­
  wenn  und  solange  die  Schwankungen  der  Rohstoffpreise  abnorm
sind;  sobald  diese  wieder  in  das  gewohnte  Fahrwasser  zurückkehren,
suchen  sie  sich  kraft  des  persönlichen  Könnens  ihrer  Leiter  hie  und
da  Vorteile,  mögen  sie  noch  so  klein  sein,  zu  erringen.  Jeder  Unternehmer ­
  glaubt  dabei  dem  andern  überlegen  zn  sein,  jedenfalls  wird  er
            
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