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nicht nur in dieser Hinsicht unabhängig machen, sondern wahrschein
lich eine neue Blütezeit für die deutsche Baumwollindustrie herbei
führen.
Mag man nun auch eine solche Ansicht als Schwärmerei auf
fassen, sicher ist ein beachtenswerter Gedanke dabei, dessen Ausführ
barkeit auch für uns im Bereich praktischer Möglichkeit liegt: Wir
müssen unbedingt unsere Hoffnung darauf setzen und mit aller Kraft
dahin streben, daß wir auf eigenem, tropischem Gebiet den Anbau
der dort vorhandenen Baumwollstaude so kultivieren, daß die Ab
hängigkeit von Nordamerika mindestens sehr gemildert wird. Es ist
nicht nur die Pflicht, sondern auch der eigene Vorteil jedes Deutschen,
der an der Baumwollindustrie interessiert ist, zum weiteren, ener
gischen Ausbau der Baumwollkultur die Hand zu bieten.
Hoffen wollen wir ferner, daß der Gegensatz zwischen Spinnern
und Webern zum Heile der ganzen Industrie verschwindet und einer
friedlichen Verständigung Platz macht.
Schließlich ist auch eine Verständigung zwischen Arbeitgebern
und Arbeitnehmern für die Industrie von Vorteil und daher mit allen
Kräften anzustreben. Tarifverträge auf vernünftiger Basis bieten
dazu eine gute und die einzig richtige Handhabe. Diese Erkenntnis
muß sich jedem aufdrängen, der die moderne industrielle Entwicke
lung verfolgt.