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Das Verhältnis der Garneinfuhr zum Garnverbrauch gestaltet sich,
wenn wir Dieterici weiter zitieren, in derselben Reihenfolge wie
74,29 : 100; 72,5 : 100; 68,16 : 100; 68,24 : 100 und 62,21 : 100. Zu
den absoluten Zahlen können wir, da die Handelsstatistik damals
noch in den Kinderschuhen steckte, nur wenig Vertrauen hegen.
Indessen machen wir die Wahrnehmung, daß die Garneinfuhr zwar,
absolut genommen, unaufhaltsam anwächst, aber einen immer kleiner
werdenden Anteil an dem gesamten Verbrauch ausmacht. Und diese
Wahrnehmung ist zweifellos richtig, denn wenn auch die absolute
Genauigkeit der Zahlen zu wünschen übrig läßt, so wird dadurch
ihre relative Vergleichbarkeit nicht berührt.
Die Anzahl der Webstühle betrug im Jahre 1840 etwa 150 000 l ),
zumeist Handwebstühle; davon entfielen 60000 auf Sachsen, etwa
49000 auf Preußen und 12000 auf Bayern, ßienengräber berech
net die inländische Produktion und den Überschuß der Ausfuhr von
Baumwollwebwaren über die Einfuhr von solchen folgendermaßen 1 2 ):
Es betrug
Im Durchschnitt
Die inländische Produktion
Die Mehrausfuhr
der Jahre
(Zentner)
(Zentner)
1836—1840
357 964
72 791
1841—1845
489617
66 942
Die Einfuhr von Baumwollwaren exkl. Garn machte in dem Trien-
nium 1843 bis 1845 durchschnittlich jährlich nur 1,86% der in
ländischen Produktion aus 3 ). An der Ausfuhr ist in hohem Grade
Sachsens Strumpfwirkerei beteiligt, die nach dem Erlaß des preußi
schen Zollgesetzes von 1818 ein Absatzgebiet in transatlantischen
Gegenden suchte und fand 4 ). (Im Jahre 1840 gab es im sächsischen
Erzgebirge allein 22000 Strumpfwirkern)eister, denen 38000 Gehilfen
zur Seite standen, wie A. Oppel, S. 657, an gibt.)
1) Dieterici, a. a. O., II. Forts., S. 494.
2) Bienengräber, a. a. O. S. 214.
3) Dieterici, a. a. O., II. Forts., SU 500.
4) Ad. Beer, a. a. O. S. 84.