Full text: Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

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bei der Marge zwischen Garn- und Kattunpreisen markant sind. 
Diejenigen Punkte der Linienzüge, die im Vergleich zu den beiden 
benachbarten Tiefpunkte darstellen, seien als Minima bezeichnet, die 
jenigen dagegen, die im Vergleich zu den beiden Nachbarpunkten 
höchste Stellen sind, Maxima. Nennen wir noch der Kürze halber 
die Marge zwischen Middling Upland-Baumwolle und Garn No. 36/42: 
„Marge I“, diejenige zwischen Good Oomrawuttee II und Garn No. 20/20: 
„Marge II“ und schließlich die zwischen Garn No. 36/42 und Kattun 
19/18-fadig: „Marge III“, so erhalten wir folgendes Schema; 
Ein 
Minimum trat ein 
in den Jahren 
für Marge I 
• 
884 • 1886 • 
1889 ■ 1892 
1902 
„ „ n 
00 
00 
tya 
1892 
■ 1899 
1901/02 
„ „ in 
1880 1883 
• 1888 
■ 1891 • 
1897 • 
1901 
Ein 
Maximum trat ein 
in den Jahren 
für Marge I 
■ 1883 
00 
00 
Lrx 
OO 
00 
M 
OO 
OO 
1890 
1895 • 
„ 11 
■ 1883 
I 
889 • 
1895 • 
1900 
1903 
„ in 
1882 • 
■ 1886 
1890 1892 
1895 . 
1900 
1903 
Berücksichtigt man, daß die Marge III nur mit Marge I ver 
glichen werden kann, so ergibt sich, daß für Spinnerei und Weberei 
zugleich nur zweimal (1890 und 1895) derselbe Fall eintrat, nämlich 
ein Maximum. Für die Spinnerei allein (Marge I und Marge II) 
waren die Jahre 1892 und 1902 ungünstig, die Jahre 1883 und 1895 
günstig. Das Jahr 1883 war für die Weberei im Gegensatz dazu ein 
schlechtes. Gleichzeitig erkennen wir, daß die Baumwollpreise sich 
auf einem Minimum befanden. Aber nicht etwa der relativen Billig 
keit der Baumwolle hat die Spinnerei die guten Resultate zu ver 
danken, sondern den geringen Schwankungen der Baumwollpreise im 
Laufe des Jahres: Middling Upland kostete pro too kg in Bremen 
während des Jahres 1883 im Januar 109,6 M., der Preis fiel bis Mitte 
Juli auf 105,4 M., stieg bis Oktober auf 113,12 M., um sich ungefähr 
auf dieser Höhe bis zum Jahresschluß zu halten. —- Eine so geringe 
Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Preise inner 
halb eines Jahres ist äußerst selten. — Auf diese Weise konnte sich 
die Spinnerei für ihre Aufträge stets gut und billig „eindecken“. Der 
Konsument von Webwaren dagegen erwartete auf Grund von Nach 
richten über eine neue Riesenernte in den Vereinigten Staaten ein 
weiteres Fallen der Preise und ging deshalb mit Einkäufen behutsam 
vor, so daß das Angebot seitens der Weber größer war als die Nach 
frage; es kam aber als ungünstiges Moment noch hinzu, daß die
	        
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