Object: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

An der International Mercantile Marine Corpo- 
ration oder dem Schiffahrtstrust, der ja schon das 
Sorgenkind John Pierpont Morgans senior gewesen war, 
hatte auch sein Sohn im großen und ganzen wenig 
Freude, In der Kriegszeit allerdings blühte der Trust 
auf, denn zur Beförderung des Kriegsmaterials, der 
Lebensmittel und schließlich auch der amerikanischen 
Soldaten nach Frankreich und England war selbst der 
schlechteste und älteste Schiffsraum gesucht, voraus- 
gesetzt, daß er sich nur über Wasser halten konnte. 
Es wurden auch fieberhaft neue Schiffe gebaut, so daß 
die in großer Fahrt eingesetzten Schiffe unter ameri- 
kanischer Flagge von etwas mehr als 1 Million Brutto- 
registertonnen im Jahre 1914 auf rund 11% Millionen 
Tonnen im Jahre 1921 stiegen. 
Aber diese Vervielfachung war zu rasch, um ge- 
sund zu sein, Man hatte drauflos gebaut, ohne sich 
zu überlegen, was aus all dem Schiffsraum werden 
sollte, wenn die reichlichen Kriegstransporte und die 
der Vermehrung entgegenarbeitende Tätigkeit der 
deutschen Unterseeboote fortfiel. Es blieb aber nicht 
bei dem Fortfallen der Kriegstransporte nach dem 
Waffenstillstand, sondern in den Jahren 1920 und 1921 
trat eine allgemeine wirtschaftliche Depression ein, in 
der die im Krieg in den Vereinigten Staaten und den 
neutralen Ländern und nach dem Krieg auch in den 
anderen Ententestaaten gebauten Schiffe nicht voll 
beschäftigt werden konnten. In allen beteiligten Län- 
dern sind in dieser Zeit große, während des Krieges 
durch Reedereigeschäfte erworbene Vermögen wieder 
in nichts zerronnen, und es häuften sich die Fälle, in 
denen Schiffe von den Kapitänen, oft auf Anweisung 
ihrer Reeder, in betrügerischer Absicht versenkt wur- 
den, um die Versicherungssumme einzustreichen, Denn 
die Auflegung der Schiffe brachte nicht nur nichts ein, 
270
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.