IIO
,Die Herrschaft des Wortes“,
auch was die Zahl und vor allem auch den Namen der Begriffe anlangt, die
im nationalökonomischen Denken dauernd wach zu bleiben hätten. Das will
sagen, die Sache des Namens „Grundbegriffe“ erstünde zunächst im Sinne
eines richtigen Problems; eines Problems, das nach seiner ganz besonderen
Art wohl nur so erstehen könnte, daß man sofort auch über die Mittel und
Wege seiner Lösung klar wird. Diese Lösung würde erst zu den Begriffen
hinführen, die zusammen die Sache des Namens „Grundbegriffe“ ausmachten;
und erst damit die Worte außer Zweifel stellen, zu deren vergleichsweiser
Vielverwendung es kommen muß, wenn anders das nationalökonomische
Denken seiner Eigenart die Ehre geben will.
Zieht man diesen denkbaren Fall in Erwägung, dann legt sich sofort
eine Vorstellung nahe, die unwillkürlich befremden muß. Trifft nämlich jene
Schilderung zu, dann besagt es ja, grundsätzlich genommen, nur einen Zufall,
wenn es gerade die Eingeborenen Fachausdrücke der Nationalökonomie
wären, zu denen jenes Problem in zwei Schritten hindrängte! Nicht bloß
ebensogut, sondern ungleich wahrscheinlicher könnten es also ganz andere
Worte sein, die als die tauglichen Stiele erschienen für das begriffliche Hand
werkszeug des nationalökonomischen Denkens. Zu diesen anderen Worten
müßte man beim Lösen jenes Problems trotzdem greifen, weil sich die lösenden
Begriffe mit den Eingeborenen Fachausdrücken einmal nicht vertragen möchten ;
weder im Hinblick auf die Zahl dieser Ausdrücke, noch auf deren „innere
Sprachform“, noch endlich auf deren wissenschaftliche Vergangenheit. Es
würden aber nicht einfach andere Worte an ihre Stelle treten, der Auswechsel
der Worte wäre sogar nur die begleitende Erscheinung. Denn auch die
Stellung dieser Worte zum nationalökonomischen Denken wäre eine wesentlich
andere: statt der Eingeborenen Fachausdrücke nun richtige, in verständiger
Willkür hinzugewählte Namen! Zum Verständnis kann ich an dieser vor
geschobenen Stelle nur mit dem Schlagwort dienen: Die National
ökonomie hätte für einen Eisernen Bestand an Worten
einen gesicherten Bestand an Begriffen eingetauscht.
Aber nun sind es doch einmal die Eingeborenen Fachausdrücke, die in
der Nationalökonomie in vergleichsweiser Vielverwendung stehen; das ist
und bleibt der Tatbestand, der seine Erklärung fordert. Kann nun dieser
Tatbestand die Schale eines Sachverhaltes vorstellen, der seinem Kern nach
zur vergleichsweisen Vielverwendung ganz anderer Worte hindrängt?
Nun, dieser Widerspruch ist nur ein scheinbarer; aber ich löse ihn hier
nicht weiter auf. Das werden die späteren Ergebnisse der Kritik besorgen.
Es ist doch wenigstens absehbar geworden, daß einer möglichen Sache des
Namens „Grundbegriffe“ jener starre Bezug auf eine Wortgruppe mangeln
kann, der sich von der herkömmlichen Bezeichnung „Grundbegriffe“ gar nicht
wegdenken läßt. Das ist das Eine. Zweitens aber, bestünde eben wirklich