Full text: Répertoire des administrateurs & commissaires de société, des banques, banquiers et agents de change de France et de Belgique

D. Ricardo. 
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lem Postulat einer Gütervertheilung nur nach der Arbeit um- 
wandelt. 
Da man bei Ricardo’s scharfem Geist plumpe Selbst- 
‚äuschung nicht annehmen darf, so kann man unmöglich seine 
vanze Werthlehre für etwas Anderes ansehen als für den Ver- 
such, die Herrschaft und den Gewinn des Capitals unter dem 
Schein des Strebens nach naturrechtlicher Gerechtigkeit zu 
rechtfertigen. Gleich das erste Capitel der Principles er- 
scheint sonach trotz all seiner formalen Schärfe als ein be- 
wusstes Sophisma, das sich rächen musste. Wahrlich, die- 
jenigen liberalen Wirthschaftspolitiker, die an Ricardo’s 
Autorität festhalten zu müssen glauben, können nicht wider- 
sprechen, wenn Christlich- Sociale und Social - Konservative 
ihnen vorwerfen, der Socialismus sei die Consequenz des 
Liberalismus. Und doch kann sich unter Ricardo’s Formeln 
aur derjenige beugen, der selbst Sophismen in die Welt 
Schleudern will, oder, ermüdet von den abstracten Formeln, 
zu träge ist, diese kritisch zu untersuchen. 
Nicht minder berühmt und einflussreich als das erste ist 
las zweite Capitel der Principles, das von der Grundrente 
handelt. — Hierbei ist es eine ganz gleichgültige Frage, ob 
in Wirklichkeit zuerst das fruchtbarste, oder, wie Carey meint, 
das unfruchtbarste Land dem Anbau unterworfen wird. Die 
Carey’sche Opposition gegen Ricardo hält sich an einen Neben- 
punkt und hat keinen weiteren Effect, als eine Ricardo’sche 
Consequenz, die dem Optimisten unangenehm ist, hinweg zu 
disputiren. Das Ricardo’sche Schema, dass der Reihe nach 
Boden erster, zweiter, dritter Classe ete. in Anbau genommen 
wird, ist eine das Verständniss erleichternde Formel, die von 
der Abneigung des Autors, wirklich sich vollziehende Ent- 
Wicklungen zu verfolgen, zeugt — und weiter nichts. Das, 
worauf es ankommt, ist Folgendes: 
Ricardo sagt, der Preis des Korns bestimme sich durch 
die Arbeitsmenge, die auf dem schlechtesten Boden zur Pro- 
duetion des Korns aufgewendet werden muss, dessen Anbau 
zur Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln noch
	        
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