68
daß dieselben nach dem Kriege, sowohl in Einnahmen als auch in
Ausgaben ganz erheblich höhere Sumnien aufweisen werden, als es vor
dem Kriege der Fall war. Solange Rußland etwa gegen Japan rüsten
kann, solange Japan sein Machtgebiet ausdehnen muß, solange
werden die Kosten für Heer und Marine sich andauernd erhöhen. Des
weiteren hat Japan während des jetzigen Krieges seine Staatsschuld
vervielfacht, deren hohe Summen also auch in nächster Zukunft im
Budget erscheinen werden. Als eine naturgemäße Folge des Krieges
dürfte weiter eine erhebliche Znnahnie der Ausgaben für Kultur- und
Wirtschaftszwecke sich einstellen, zu deren Deckung neue Einnahmequellen
erschlossen werden müssen. Diese Erschließung neuer Einnahmen wird
in nächster Zukunft eins der wichtigsten Probleme für den japanischen
Finanzminister bilden. Zwar ließe sich vielleicht die Zahl der Beamten
verringern, aber die Gehälter der übrigbleibenden müssen unbedingt
gehoben werden, so daß also durch diese Maßnahme keinerlei finanzieller
Vorteil für den Staat sich ergeben dürfte.
Man könnte ferner die Kriegsschulden konvertieren, und die kurz
fristigen Anleihen zu langfristigen umwandeln, um die Last der Zinsen
zu verringern. Alles dies jedoch sind Pläne, deren Verwirklichung auf
mancherlei Schwierigkeiten im In- und Auslande stoßen dürste.
Für die spätere Gestaltung der Lokalfinanzen wird sich ein Einfluß
des Krieges insofern geltend machen, daß die Gemeinden danach streben,
eigenes Gemeindekapital zu besitzen, oder solches zu vermehren, weil sie
nach der Kriegserfahrnng nur dadurch ihre selbständige Position zu
kräftigen vermögen, um schwere Zeiten llberstehen zu können.
Da durch den Krieg der staatliche Finanzbedarf beträchtlich zu
genommen hat, so wird auch die japanische Volkswirtschaft in Zukunft
durch erhöhte Energie und Leistungsfähigkeit, durch gesteigerte Pro
duktivität auf der einen Seite, und durch wohlüberlegte und wohl
angebrachte Sparsamkeit auf der andern Seite, dazu beitragen müssen,
diesen gesteigerten Finanzbedarf des Staates decken zu helfen. In der
Voraussicht dieser wirtschaftlichen Notwendigkeit äußerster Kräfte
anstrengung hat man in Japan gleich zu Anfang des russisch-
japanischen Krieges alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um sicher
auf dieses Ziel loszusteuern. Die heute bereits im japanischen Volke
geltenden Prinzipien über Sparsamkeit und energische Bekundung regen
Fleißes werden mit Ablauf des Krieges keineswegs verschwinden, sondern
eine dauernde Erscheinung im japanischen Wirtschaftsleben bilden, die
es unbedingt zu einer hohen wirtschaftlichen Blüte führen wird. Wird
der Krieg dann noch zu einein für Japan glücklichen Ende geführt, so
wird sich als ebenbürtige Schwester neben die wirtschaftliche Blüte, die