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Mitteln seine Zuflucht. Man löste zwar die Arbeitskammern
nicht auf, indem man sie der Aufreizung zum Klassenhaß beschuldigte,
aber der Präfekt annullierte im Einklang mit der Ver- -
waltuugsbehörde, der die Überwachung der Gemeindeverwaltungen
der Provinz obliegt, in den Budgets der Gemeinden die Subventionen
für die Arbeitskammern mit der Begründung, daß es
sich um Ausgaben handle, die vom Provinzial- und Gemeindegesetz
nicht zugelassen seien. Die Gemeindeverwaltung von Cremona
jedoch gab nicht nach. Sie erklärte die vom Präfekten verfügte
Aufhebung der Subvention an die Arbeitskammer für ungesetzlich,
da sich im Provinzial- und Gemeindegesetz keine Bestimmung befinde,
die den Präfekten ermächtige, in solcher Weise sich in die
Beschlüsse der Gemeindevertretungen einzumischen. Auf dieser
seiner Meinung beharrend wandte sich der Gemeinderat von
Cremona an die IV. Abteilung des Staatsrates. Aber es war
gar keine Entscheidung des Staatsrates nötig, um eine künstliche
und nicht vom Gesetz geschaffene Schwierigkeit zu beseitigen:
Dieselben Präfekten, die den Gemeinden das Recht, den Arbeitskammern
Unterstützungen zu bewilligen, bestritten, waren die ersten,
die nachgaben, sobald sie in den Gemeinden auf mutigen Widerstand
trafen, den sie vielleicht nicht erwartet hatten. Das Beispiel
Cremonas wirkte in dieser Beziehung nachhaltig. Übrigens
beweist der Unterschied von Provinz zu Provinz besser als jeder
Kommentar, daß die Präfekten mehr politischen Erwägungen als
den Bestimmungen des Gesetzes folgten, wenn sie versuchten, die
schnelle Entwicklung der Arbeitskammern aufzuhalten. Während
die Präfekten von Rom, Cremona usw. in der geschilderten Weise
auftraten, hat der Präfekt von Mailand niemals Einwendungen
irgend welcher Art gegen Bewilligungen von Subventionen der
Gemeinden an die örtlichen Arbeitskammern erhoben. Warum
wurden daher in einigen Städten des Königreichs im Namen des
Gesetzes die Handlungen verboten, die in Mailand im Namen
desselben Gesetzes erlaubt waren?
Auf diese Frage hat man in jenen Jahren niemals eine
befriedigende Antwort geben können. Man war damals noch in