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erneuerten viele Städte Italiens ihre Vertretungen, die meisten
sprengten die konservativen und klerikalen Mehrheiten, die seit
20 bis 50 Jahren herrschten, und ersetzten sie durch demokratische,
die die Subventionen sofort bewilligten und die Arbeitskammern
auch moralisch neben der materiellen Hilfe unterstützten. Aber
andererseits brachte dieselbe Ursache eine entgegengesetzte Wirkung
hervor. Die italienischen Arbeiter waren noch nicht mit den
Organisationen vertraut und glaubten im Anfang und zum
großen Teil heute noch, die Arbeitskammern hätten als Sinn
und Ziel nur die Vorbereitung von Streiks, um Lohnaufbesserungen
zu erkämpfen. Nur im Hinblick auf den unmittelbar erhofften
Vorteil traten sie ihnen bei. Als aber dieser Grund wegfiel,
entweder weil die Aufbesserung erreicht wurde oder weil der
Streik nutzlos war, da sahen die Arbeiter auch die Berechtigung
der Organisation schwinden und entfernten sich von ihr wie von
einem Hause ohne Dach. Ja es fehlten auch solche nicht, die zur
Gleichgültigkeit und zur Entmutigung noch die herbe Kritik gegen
die neue mäßigende Richtung fügten und sie einschläfernd und
verräterisch nannten.
Beachtenswert war eine Diskussion, die mehrere Abende gegen
Ende 1903 in der Arbeitskammer in Mailand währte, nach dem
verunglückten Streik der Angestellten der Mailänder Nordbahn,
dessen schlechten Ausgang man der Arbeitskammer in die Schuhe
schieben wollte, während diese ihrerseits die Verantwortung auf
die Führer des Komitees der Streikenden abwälzte. In dieser
Diskussion verfocht man mit großer Heftigkeit die Funktion des
reinen Widerstandes und der Vorbereitung des Streiks gegen die
kompliziertere Aufgabe, zu organisieren, zu mäßigen und zu erziehen,
um unheilvolle Fehler zu vermeiden und auf anderen
zwar längeren, aber auch sichereren Wegen die Verbesserung der
Lage zu erreichen. Obwohl die sogenannte revolutionäre Partei in
dieser Diskussion geschlagen wurde, fuhr sie doch so kräftig in ihrer
Opposition fort, daß bei den Wahlen zum Generalrat am 7., 8. und
9. Mai ds. Js. die „Reformierten" sich der Abstimmung enthielten
und die Revolutionären mit 17000 Stimmen bei 29401 Wahl-3
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