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Parma, Ferrara und hauptsächlich Reggio, über die die „Giustizia"
von Reggio-Emilia schreibt:
„Der einfache Widerstand, auch wenn er bis zu einem energischen
Streikversuch geht, würde allein nicht ausreichen, die Ursachen der gegenwärtigen
komplizierten Schwierigkeiten zu heben. Daher muß er durch eine
Hilfsaktion unterstützt werden. Diese Hilfsaktionen versuchen gegenwärtig
unsere Vereine in Form von Kollektivpachtungen. Damit gelingt es uns
nicht nur, unseren von der Arbeitslosigkeit am meisten verfolgten Tagelöhnern
eine Zuflucht auch für die Tage des größten Arbeitsmangels zu sichern,
sondern wir geben auch unsern Ligen ein materielles, sühlbares Mittel, um
sich bei den widerstrebenden Bauern Gehör zu verschaffen. Mit dieser Waffe
treten die Tagelöhner an die Seite der Pachtbauern, sie rücken ihnen auf den
Leib, treiben und feuern sie an und machen sie auf den wirklichen Zustand
der Dinge aufmerksam. In unserer Provinz haben wir schon Versuche mit
Kollektivpachtungen angefangen, die infolge des opferfreudigen und begeisterten
Mutes unseren zielbewußten Tagelöhnern gute Ergebnisse versprechen."
Und in der Tat geht aus unseren an Ort und Stelle eingeholten
Erkundigungen hervor, daß die Liga von Fabbrico etwa
65 Hektar Land für 2600 Lire jährlich gepachtet hat und die
Mittel dazu durch einen monatlichen Beitrag von 30 Centesimi
ihrer 1000 männlichen und weiblichen Mitglieder aufbringt. Die
Arbeitstage auf dem Pachtland der Liga im Jahre 1902 waren
dreimal höher als die von den vorhergehenden Pachtbauern in
einem Jahre geleisteten. Die Bilanz weist gute Ergebnisse auf,
die Bauern arbeiten mit Liebe, der Boden verbessert sich und
erhöht die Produktion. Bei gewissen Arbeiten hätten die Mitglieder,
falls sie das gesamte Ergebnis ihrer Arbeit erhalten hätten,
einige Zeitlang 7 oder 8 Lire täglich verdient, doch nahmen sie
nnr den tarifmäßigen Tagelohn an. Andere Ländereien sind in
Santa Vittoria gepachtet worden und versprechen Gutes. Der
Versuch wird daher nach und nach auf andere Güter im Reggianischen
ausgedehnt werden. Im ganzen zählt die Bauerngenossenschaft,
die sich aus Halbbauern, Pächtern und kleinen Besitzern
zusammensetzt, etwa 60 Sektionen.
Wägt man nun Gewinn und Verlust, Fehler und Vorzüge
ab, so sieht der, der weder übermäßige Hoffnungen noch zu großen
Pessimismus hat, daß das Ergebnis noch ein Aktivum bringt und