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zu studieren und zu beschleunigen, den anderen Parteien die Mithilfe
zu diesem Zwecke anzubieten und ans diesem Grunde nötigenfalls
auch das Ministerium zu unterstützen.
Diese Haltung schien dem anderen Teile der Sozialisten
ketzerisch, weil er meinte, daß der Kampf gegen den Kapitalismus
ans Grundlage der schematischen Trennung der Gesellschaft, deren
Klassen fortwährend in offenem Gegensatz und Kampf ständen,
geführt werden müßte, und weil es unmöglich sei, daß ein Teil
der bürgerlichen Parteien vorübergehend mit dem Proletariat
gemeinsame Interessen haben und daher zusammen vorgehen könnte.
Diese Fraktion sieht im Eindringen des Sozialismus in die bürgerlichen
Gesetze die Erschöpfung der Arbeiterbewegung und nennt
den vernünftigen Widerstand gegen das Vomzaunbrechen von
Streiks, die wegen der Schwäche der betreffenden Industrie gar
keine Aussicht auf Gelingen haben, eine Verleugnung der sozialistischen
Lehre.
Jetzt tritt es hervor, daß die Leiter der Arbeitskammern und
der Gewerkschaften zum größten Teil, durch die Schwierigkeiten
in den vergangenen wirtschaftlichen Kämpfen klug gemacht, mehr
zur reformistischen als zur revolutionären Tendenz neigen und
einige von ihnen, die auf politischem Gebiet revolutionär sind,
werden auf wirtschaftlichem ultra-reformistisch.
Einen Reflex der gegenwärtig in den Arbeitskammern herrschenden
Strömungen hatte man jüngst in der Abgeordnetenkammer
während der Beratung des Gesetzentwurfs über die Sonntagsruhe.
In der Sitzung vom 3. März 1904 kritisierte der klerikal-konservative
Abgeordnete Gavazzi die Bestimmung, die die Überwachung
über die Anwendung des Gesetzes auch Inspektoren überträgt, die
in regelrechter Abstimmung von den Arbeitskammern oder ähnlichen
am Nationalarbeitsamt beteiligten Verbänden gewählt
werden. Gavazzi erklärte, er könne diese Vorschrift nicht annehmen,
da sie zu einer ausdrücklichen Anerkennung der Arbeitskammern
hinzustreben schienen, während diese ihrerseits weder gegen den
Staat, noch gegen die Industrie noch gegen die eigenen Mitglieder
irgendeine bestimmte Verpflichtung oder Verantwortung über