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blick die Kauflust entflammt wird, sind zu selten, als daß sie für
eine allgemeine Regelung der für das ganze Volk und insbe
sondere den gesamten Handelsstand so wichtigen Frage der Sonn
tagsruhe in Betracht kommen könnten.
Es ist darauf hingewiesen worden, daß die Bedürfnisse der
Land-und Arbeiterkundschaft das Offenhalten der Läden
am Sonntag fordern.
Die Landkundschaft hat allerdings in früheren Zeiten an
Sonntagen ihre Einkäufe besorgt. Wo die Sonntagsruhe ein
geführt ist, hat sie sich indessen gewöhnt, heute am Wochentag zu
kaufen, vor allem am Tage des Wochenmarkts oder Jahrmarkts.
Speziell in katholischen Gegenden ist sie zum eigentlichen Zweck
ihrer Sonntagsbesuche in der Stadt, zum Besuche der heiligen
Messe zurückgekehrt. Unerwähnt soll auch nicht bleiben, daß in
Gegenden mit strengjüdischer Kaufmannschaft der Sabbat ge
heiligt ist, insofern als an diesem Tage die Geschäfte bis zum
Abend geschlossen sind. Die Landkundschaft, die am Abend nicht
in der Stadt verweilt, wird sonach des jüdischen Sabbats wegen
gezwungen, Sonntags wiederzukehren und zu kaufen, obgleich sie
das zumeist besser am Sonnabend besorgen kann. Ein Bedürfnis
hierzu ans der Landkundschaft heraus ist nicht anzuerkennen.
Die Arbeiterschaft aber unterstützt aus sozialpolitischen Gründen
auch im Handelsgewerbe den freien Sonntag und den frühzeitigen
Ladenschuß. Mit Recht wies in der Kommission für Arbeiter
statistik der Vorsitzende auf das Wort eines englischen Staats
mannes hin: „Der Arbeiter, der weiß, was schwere Arbeit ist,
habe mit anderen Leuten, die auch schwere Arbeit haben, die
größte Sympathie, und die Arbeiterbevölkerung würde sich fügen
und entgegenkommend zeigen und sich so einrichten, daß die
Läden nicht eine zu lange Zeit in Anspruch genommen würden."
3. Man hat das Offenhalten der Läden am Sonntage mit
Rücksicht auf die Kundschaft gefordert.
Alle bisher mit der Sonntagsruhe und dem Werktagsladen
schluß gemachten Erfahrungen beweisen, daß eine solche Rücksichts
nahme überflüssig ist. Die Kundschaft gewöhnt sich an feste