Full text : Acht Gutachten über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe

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Die  5.  Gruppe  d  er  Antworten  beschäftigt  sich  mit  der  Überwachung. ­

Nur  ein  mitteldeutscher  Bezirk  konstatiert,  daß  eine  strenge,  polizeiliche ­
  Überwachung  stattfinde,  daher  sich  die  Sonntagsruhe  gut  bewährt  habe.
Im  übrigen  sind  nur  gegenteilige  Äußerungen  zu  verzeichnen.
So  lautet  der  Bericht  aus  einer  brandenburgischen  Stadt:
„Die  jungen  Leute  werden  in  den  Detailgeschästen  an  manchen
Sonntagen  hinter  verschlossenen  Türen  von  morgens  6—3  Uhr  nachmittags ­
  mit  Abwiegen,  Aufräumen,  ja  sogar  mit  häuslichen  Arbeiten
beschäftigt."
Aus  einer  Hommerschen  Hafenstadt  liegen  von  zwei  verschiedenen
Seiten  folgende  Äußerungen  vor:
„Die  Kolonialwarenhändler,  welche  fast  ausnahmslos  Bierstuben
nebenher  haben,  verkaufen  während  der  Zeit  des  Ladenschlusses  hinten
herum."
„Vor  alleni  muß  die  Kontrolle  der  beaufsichtigenden  Beamten  in
entsprechender  Weise  geführt  werden  und  nicht  etwa  erst,  wie  es  vor
nicht  langer  Zeit  hierorts  passierte,  wenn  seitens  des  kontrollierenden
Beamten  die  Firma  am  Tage  vorher  die  Mitteilung  erhielt,  morgen
werde  revidiert."
Aus  einer  westpreußischen  Seestadt  wird  berichtet:
„Sogar  an  hohen  Feiertagen  lvird  bei  uns  gearbeitet.  Durch
Anstellung  von  Handelsinspektoren  müßte  die  Einhaltung  strikte  überwacht ­
  werden."
In  ähnlicher  Art  äußert  man  sich  auch  in  einer  großen  süddeutschen
Residenz:
„Es  kann  erst  dann  ein  zuverlässiges  Urteil  abgegeben  werden,
wenn  Handelsinspcktoren  aufgestellt  sind.  Zurzeit  werden  die  ortsstatutarischen
  Vorschriften  sehr  wenig  befolgt!"  —
In  bezug  auf  die  Kontorverhältnisse  ergibt  sich  für  Frage  1
eine  ähnliche  Gruppierung.
In  Gruppe  I  finden  die  Bestimmungen  „unzureichend"  16  Bezirke.
Ein  Bezirk,  der  eine  Reihe  kleinerer  Städtchen  umfaßt,  begründet  seine
Antwort  wie  folgt:
„In  den  meisten  Kontoren  wird  zwar  nicht  gearbeitet,  aber  in
vielen  Kontoren  ist  es  einmal  Sitte,  daß  das  Personal  von  8—10  Uhr
erscheint.  Zum  Arbeiten  fehlt  auch  jedem  die  Lust,  und  die  wenigen
Arbeiten,  die  erledigt  werden,  ließen  sich  auch  am  nächsten  Tage  erledigen." ­

Ein  Bericht  aus  einer  hannoverschen  Mittelstadt  sagt:
„Vielfach  ist  das  Personal  nur  zur  Annehmlichkeit  des  Firmeninhabers ­
  versammelt  und  zwar  in  den  Engrosgeschäften  häufig  mit  Rück ­
            
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