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Konserven in 24 Stunden geliefert werden können. Erwünscht sind
bei dieser Kriegslieferung alle Arten von Fleisch- und Gemüse
konserven, doch sollen feinere Konservenarten, wie Wildbraten, Spargel-
Pilze usw. gänzlich ausgeschlossen sein.
Vorbedingung für die Übertragung von Lieferungen durch die
Militärverwaltungen würde sein, daß die Fabriken
1. sich in der äußeren Form und Verpackung der Konserven
den Bedürfnissen der Heeresverwaltung anpassen;
2. die Konserven selbst in jeder Beziehung gut, schmackhaft,
nahrhaft und haltbar aus guten Materialien herstellen;
3. die Speisen möglichst mannigfaltig zusammensetzen und genuß
fertig bereiten;
4. sich bei der Herstellung von Konserven für das Heer eind
Beaufsichtigung durch Proviantamtsbeamte unterwerfen.
Bisher fanden Büchsen in runder Form mit Portionsinhalt h' 1
1 und 3 Mann Verwendung. Auf leichtes Gewicht und geringe' 1
Umfang der Büchsen wird besonderer Wert gelegt.
Im Frühjahr 1900 erhielten daraufhin verschiedene Konserven
fabriken von der Intendantur des X. Armeekorps (Hannover) 1111
Aufträge des Kriegsministeriums Anfragen, ob die bctr. Fabriken
bereit sind, im Kriegsfälle Konserven für die Militärverwaltung zU
liefern und schon im Frieden Vorräte zu unterhalten. Im bejahenden
Falle sollten die Fabriken angeben:
1. welche Konserven die einzelnen Fabriken liefern können;
2. wie groß die tägliche Leistungsfähigkeit der einzelnen labrik
ist (Portionen zu einer bestimmt anzugebenden Gewichtsmenge);
3. welche Menge sie zu Friedenszeiten vorrätig halten würden
und in welchen Zeitabschnitten sie auf Auffrischung der Vorrä 6
durch die Militärverwaltung rechnen müßten;
4. welchen Portionssatz sie für einen Mann rechnen und welch 011
Preis sie für die Portion rechnen.
Die Anfragen der Intendantur dürften von den betr. Fabrik 00
in der gewünschten Weise beantwortet worden sein.
Immerhin unterliegen die von den einzelnen Fabriken g eVV
sehr gewissenhaft abgegebenen Zahlen über deren maximale Leistung 5
fähigkeit mehrfachen natürlichen Einschränkungen, die bei dies 011
Angaben in Betracht zu ziehen sind, denn
1. würde die deutsche Konservenindustrie, wenn während der
Monate Mai bis inkl. August ein Krieg ausbrechen sollte, überbau?
nicht in der Lage sein, für die Militärverwaltung zu arbeiten, weil 11
diese Monate die Arbeitskampagne fällt, in der die auf Abschluß g