Object: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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einigen kleineren Aufsätzen in Zeitungen (so z. B. »Über 
Goldwäsche in Ostsibirien«, »Über das Klima von Russ 
land« etc.) abgesehen, 1 ) nur zu verzeichnen: »Die Elemente 
des Schönen in der Baukunst«, Petersburg 1836. Über 
diese Schrift äußert sich der Autor selbst in seinen Tage 
büchern 1840 folgenderweise: »Ich habe ein Büchlein über 
die Baukunst ziemlich vor Kurzem geschrieben, das wohl 
Wenige angesprochen hat. Es geht wohl zu tief in die 
hohe Praxis der Kunst«. 2 ) In dem Büchlein stellt er die 
Baukunst mit der Musik zusammen und betont, daß beide 
ihre Idee aus dem Innern des Menschen zu schöpfen hätten, 
während die Plastik und Malerei ihre Vorbilder in der 
Natur vorfänden. 3 ) Seine Liebe für die Baukunst hat Kan- 
krin auch praktisch bewiesen, indem er als Finanzminister 
der ästhetischen Seite der öffentlichen Bauten, die unter ihm 
ausgeführt wurden, sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet hat. 
Für Kunst hatte er überhaupt ein reges Interesse. Auf 
seinen ausländischen Reisen, die er später zur Erholung 
vorgenommen hat, benutzte er mit Vorliebe jede Gelegenheit, 
um Kunstwerke zu beschauen, und in seinen Tagebüchern 
finden wir sehr häufig Notizen und kritische Bemerkungen 
über das Gesehene. Er hatte auch eine besondere Neigung 
für die Musik, ja er selbst spielte sogar die Violine. 
Neben der Kunst war es die Wissenschaft, für die 
Kankrin immer sehr viel Interesse zeigte. Die grosse natur 
wissenschaftliche Reise A. v. Humboldts nach Russland 
iui J. 1829 hat Kankrin vorgeschlagen und zustande ge 
bracht. 4 ) Verschiedene wissenschaftliche Institute sind von 
Kankrin planmässig teils ins Leben gerufen, teils gefördert, 
fn Berlin gründete er das Ermanns-Journal, um »das Aus- 
ünd mit dem bekannter zu machen, was in Russland für 
Wissenschaft, besonders für die Naturwissenschaft ge 
l ) Keys. 47. — 2 ) Rtgb. I. 59. — 
3 ) Keys. 48. — 4 ) Vgl. »Briefwechsel« S. 19—21, 32—3. —
	        
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