Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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ist  ohne  jeden  Tropfen  Wasser  und  ohne  das  geringste  Feuer  binnen
einer  Viertelstunde  gebrauchsfertig.
Es  wird  vielleicht  nicht  immer  möglich  sein,  größere  Truppenkörper ­
  vollständig  mit  Kalorit  auszurüsten,  aber  des  ließe  sich  wohl
erreichen,  daß  jede  Truppe  einen  eisernen  Bestand  an  Kaloritkonserven
mit  sich  führt,  um  auch  bei  ungünstiger  Witterung  den  Soldaten  eine
warme  Mahlzeit  zu  sichern.  Vor  allem  dürfte  sich  die  Versorgung
mit  Kaloritkonserven  für  Feldwachen  empfehlen,  denen  oft  das  Anzünden ­
  von  Feuer  aus  militärischen  Gründen  (um  die  Stellung  dem
Feinde  nicht  zu  verraten)  verwehrt  werden  muß.“
Auch  die  französische  wie  die  englische  Presse  haben  dieser
deutschen  Erfindung  lobend  Erwähnung  getan.
Die  Dörrgemüsefabriken  stellen  als  Nebenprodukte  oft
Suppentafeln,  Erbswürste,  fertige  Suppen  in  Pulverform,  Bouillonkapseln ­
  usw.  her.  Es  sind  dies  alles  Waren,  die  dem  Charakter  des
Hauptproduktes  ähnlich  sind  und  was  hierbei  die  Hauptsache  ist,  denselben ­
  Absatz  und  die  gleichen  Konsumenten  haben.  Es  dürfte  allgemein ­
  bekannt  sein,  wie  gut  sich  die  Erbswurst  seit  35  Jahren  als
Volksnahrungsmittel  eingebürgert  hat.  Dem  Erfinder  der  Erbswurst
wurde  im  Jahre  1870  das  Rezept  zur  Herstellung  vom  preußischen
Staate  für  110  000  M.  abgekauft.  Bei  Ausbruch  des  Krieges  errichtete ­
  sodann  der  preußische  Staat  eine  Erbswurstfabrik  in  Haselhorst,
deren  Produktion  im  Anfang  7000  kg  betrug,  bald  aber  auf  65  000  kg
täglich  stieg.  Für  die  Ernährung  der  im  Felde  befindlichen  Truppen
wurde  die  Erbswurst  von  unschätzbarem  Wert  und  von  hier  aus  fand
sie  auch  im  Volke  mehr  und  mehr  Verbreitung.  Die  sogenannten
Suppentafeln  sind  Gemische  von  Mehlen,  Reis,  Graupen,  Nudeln,  gedörrten ­
  Gemüsen  unter  Zusatz  von  Fett,  Fleischextrakt  und  Gewürzen.
Für  die  Fleischkonservenindustrie  ist  es  leicht,  Nebenprodukte,  als
Würste,  Schinken  usw.,  zu  erzeugen.  Aber  auch  die  Milchkonservenfabriken ­
  beschäftigen  sich  meist  noch  mit  der  Herstellung  von  Kindermehlen, ­
  sterilisierter  Milch  usw.
            
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