Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Hierbei  fällt  noch  ein  anderer  Umstand  ins  Gewicht:  Die  frischen
Gemüse  sind  bei  uns  in  Deutschland  in  den  Markthallen  und  bei
Grünwarenhändlern  selbst  in  der  Zeit  der  Gemüseernte  verhältnismäßig ­
  teuer,  da  sie  erst  die  Hände  von  3—4  Zwischenhändlern
passieren,  ehe  sie  zum  Konsumenten  gelangen.  Da  die  Gemüse  im
Kleinhandel  nicht  nach  Gewicht,  sondern  nach  den  verschiedensten
Einheiten  wie  Stück,  Schock,  Bündchen,  Korb  usw.  verkauft  werden,
ist  es  für  den  Konsumenten  schwierig,  einen  Preisvergleich  anzustellen.
Außerdem  geht  die  Hausfrau  mit  frischen  Gemüsen  vielfach  recht  unwirtschaftlich ­
  um,  da  meist  zuviel  eingekauft  wird  und  die  nicht  unerheblichen ­
  Abfälle  nicht  ihrem  Preise  entsprechende  Verwendung  finden.
Man  wird  nun  fragen,  wie  es  möglich  ist,  die  zubereiteten  Gemüsekonserven ­
  billiger  oder  ebenso  billig  herzustellen,  wie  die  Marktgemüse.
Wie  wir  später  im  Abschnitt  über  Rohmaterialien  noch  ausführlich ­
  sehen  werden,  bauen  die  Gemüsekonservenfabriken  die  Gemüse ­
  in  sehr  großen  Mengen  zum  Teil  selbst  an,  zum  Teil  liefern
sie  an  kleine  und  große  Landwirte  die  Saat  zum  Anbau,  verpflichten
sich  zur  Abnahme  der  ganzen  Ernte  bestimmter  Gemüseflächen  und
bestimmen  im  voraus  den  Preis  der  frischen  Gemüse.  Hier  hat  also
der  Gemüsebauer  bereits  vor  dem  Anbau  die  Gewißheit,  seine  Ernte
zu  einem  lohnenden  Preise  absetzen  zu  können,  während  bei  der
Gemüseproduktion  für  den  Frischverkauf  der  Anbauer  ein  nicht
geringes  Risiko  trägt,  das  noch  durch  den  Umstand  vermehrt  wird,
daß  sich  die  jungen  Gemüse  nicht  lange  halten.  So  ist  ein  Preisunterschied ­
  zwischen  konservierten  und  Marktgemüsen  entweder  gar
nicht  vorhanden  oder  ganz  minimal.  Die  folgende  vergleichende
Aufstellung  ergibt  die  Einzelpreise  der  frischen  Gemüse  verglichen
mit  den  gedörrten  Gemüsen  nach  Mittagsportionen  gerechnet.  Man
rechnet  für  eine  Mahlzeit  einer  erwachsenen  Person  500  g  Rohgemüse
und  30  g  Dörrgemüse.

Gegenstände

Menge
g

Preis  p.  kg
M.

pro
Portion

Schnittbohnen,  gedörrt  .

30

4-—

Pf.
12  „

,,  frisch  .  .

500

0.25

I2‘/ 2  ..

Wirsing,  gedörrt  ....

3°

2.—

6

„  frisch  ....

500

O.IO

5

Weißkohl,  gedörrt  .

30

I.—

3

„  frisch

500

0.06

3

Karotten,  gedörrt

30

I.—

3

„  frisch  ....

500

0.06

3

Kohlrüben,  gedörrt  .

3°

I.—

3

„  frisch  .  .  .

500

0.05

*V.  -

Grünkohl,  gedörrt

3°

1.70

5-i  ..

„  frisch  ....

500

O.IO

5  »>
            
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