Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Landwirte  entstanden  oder  doch  später  in  den  Besitz  von  Genossenschaften ­
  übergegangen  (z.  B.  Watenbüttel,  Wendeburg,  Neubrück,
Giersse).  Eine  einzelne  Firma  ist  mit  der  besonderen  Absicht  gegründet ­
  worden,  um  die  Einführung  der  bislang  in  England  fabrizierten ­
  Mixed-Pickles  und  Saucen  zu  versuchen,  eine  andere,  um  den
eigenen  großen  Bedarf  an  Konserven  in  einem  Delikatessengeschäft
zu  decken  und  die  Konkurrenz  der  Konservenfabriken  bei  der  Kundschaft ­
  der  Hoteliers  und  Restaurateure  zu  überwinden.  Wenn  trotz
dieser  zahlreichen  und  bedeutenden  Neugründungen  und  ihrer  erheblichen ­
  gegenseitigen  Konkurrenz,  die,  wie  die  nachfolgende  Tabelle
zeigt,  zum  Teil  ein  fortgesetztes  Fallen  der  Preise  zur  Folge  hatte,
die  Industrie  im  ganzen  mehr  und  mehr  emporblühte  und  die  Entwicklung ­
  bis  heute  als  eine  günstige  bezeichnet  werden  kann,  so  ist
das  ein  Beweis  für  die  große  Lebensfähigkeit  des  Industriezweiges.
(S.  Tabelle  S.  24.)
Bezüglich  der  Sortierung  der  Rohware  ist  für  die  drei  Hauptgemüsearten ­
  eine  fortgesetzte  Differenzierung  festzustellen.  Anfänglich ­
  gab  es  nur  je  eine  Sorte  Spargel,  Erbsen  und  Bohnen.  Vom
Spargelertrag  wurde  nur  der  feinste  Stangenspargel,  etwa  5o°/ 0
des  Spargelertrages  zur  Fabrikation  verwendet.  Heute  sortiert  der
Rohproduzent  den  Spargel  bereits  nach  drei  Qualitäten  (Prima-,
Sekunda-  und  Tertiaspargel).  Die  Konservenfabriken  unterscheiden
beim  Büchsenspargel  zwischen  Stangenspargel  und  Schnittspargel;
von  ersterem  gibt  es  etwa  io  Sorten,  von  letzterem  acht.  Außerdem
wird  dünner  Schnittspargel  als  Suppenspargel  konserviert;  grüne
Spargelköpfe,  Unterenden  und  Spargelspitzen  (Abschnitte)  sind  gleichfalls ­
  Versandartikel  geworden.
Bei  den  Erbsen  erhielt  man  die  verschiedenen  Qualitäten,  indem
man  dieselben  durchsiebte.  Die  Fabrikanten  unterscheiden  bei  ihnen
heute  etwa  fünf  Sorten,  bei  Stangenbohnen  zwei  Sorten  Schnittbohnen
und  fünf  Sorten  Brechbohnen.  Außer  den  Stangenbohnen  werden
seit  etwa  12  Jahren  auch  Krupp-  oder  Buschbohnen  konserviert.
Viele  Konservenfabriken  in  Braunschweig  beschränken  sich  auf
hie  Konservierung  dieser  drei  genannten  Gemüsearten:  Spargel,  Erbsen
und  Bohnen.  In  anderen  Braunschweiger  Betrieben  ist  man  jedoch
dazu  übergegangen,  auch  andere  Arten  von  Gemüsen,  allerdings
meist  in  geringeren  Mengen  einzumachen,  z.  B.  Karotten,  Kohlrabi,
Sellerie,  Rüben,  Spinat,  Blumenkohl,  Grünkohl,  Rosenkohl,  Wirsing,
Allerlei,  Tomaten  usw.  Ferner  werden  von  einzelnen  Fabriken
Pilze  (Champignons,  Steinpilze,  Pfifferlinge,  Morcheln),  Trüffeln  und
Soja,  in  Butter  zubereitete  Gemüse,  sämtliche  Kompottfrüchte,  Frucht-
            
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