Zimtblüten
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Zimtöl
gefähr 14000 Kisten, der Hamburger Marktpreis
88 M. für 100 kg. Für Zeylon-Z. verlor der Lon
doner Markt mit seinen Auktionen immer mehr
an Bedeutung, und der Verkehr verschob sich
ständig zugunsten Hamburgs, das annähernd
7700 Ballen einführte, gegen 3050 Ballen nach
London. Deutschland ist in Zeylon der größte
Abnehmer; ein Drittel der auf etwa 2,5 Millionen
englische Pfund geschätzten Gesamtausfuhr geht
nach deutschen Häfen. Wie sich das Verhältnis
in Zukunft gestalten wird, ist zurzeit noch nicht
abzusehen. — Verfälschungen des unzerkleinerten
Z. sind selten, häufig hingegen solche des käuf
lichen Zimtpulvers. Dieses wird im großen am
häufigsten mit Rinden fremder Laurazeen, mit
destillierter Rinde, Malta oder Chips, im Klein
handel mit Mehl, Ölkuchen, Mandelkleie, Sand,
Bolus oder Ocker verfälscht. Der Zusatz von
minderwertigen Zimtrinden ist schwer nachweis
bar, am besten noch durch den Geruch und Ge
schmack. Fremde Rinden lassen sich mit Hilfe
des Mikroskopes gewöhnlich unschwer erkennen,
da die Zimtrinde besonders kennzeichnende Ge
webeteile besitzt. Chips, Zimtrindenabfall, der
Holzbestandteile enthält, verrät sich durch große
getüpfelte Gefäße mit rundlichen bzw. ovalen
Tüpfeln oder mit Hoftüpfeln, Auch Sandelholz
und Zigarrenkistenholz lassen sich leicht mittels
des Mikroskopes an den getüpfelten Gefäßen
erkennen. Zimtmatta, aus gemahlener Hirsekleie
und einem mineralischen Farbstoff, ist an den
ge zacktrandigen Oberhautzellen aufzufinden.
Ebenso ist der Nachweis von Mandelkleie, Mehl
und ölkuchemnehl mittels des Mikroskopes leicht
zu führen, weil Zimt besonders geformte Stärke-
kömer besitzt, die nur schwer mit anderen ver
wechselt werden können. Ist zur Herstellung von,
Zimtpulver destillierte (extrahierte) Rinde ver
wandt worden, so sind die Stärkekömehen teil
weise verkleistert. Außerdem gibt die Ölbestim
mung weiteren Aufschluß: Für den Laien bietet
auch die Färbung des Wassers beim Kochen mit
Z. (destillierter Z. färbt dieses nicht) und das Ge
fühl der Trockenheit (destillierter Z. fühlt sich
feucht an) einen gewissen Anhalt, ob destillierter
Z. vorliegt. Mineralische Stoffe erkennt man bei
der Aschenbestimmung. Nach den „Vereinbarun
gen“ der deutschen Nahrungsmittelchemiker muß
guter, marktfähiger Z. mindestens I °/o ätherisches
Öl besitzen. Der höchstzulässige Aschengehalt
lufttrockener Ware beträgt s °/o und für den in
io%iger Salzsäure unlöslichen Teil der Asche
2%. Zusätze von wilden Zimtrinden sowie von
sehr schleimreichen und kaum nach Z. schmek-
kenden Pflanzungsrinden sind unstatthaft. Aus
Zimtbruch hergestelltes Pulver muß als solches
gekennzeichnet sein und darf nicht mehr als
7 0/0 Asche und höchstens 3,5 °/o Sand enthalten.
— Die Verwendung des Z. ist außerordentlich
mannigfaltig. In großen Mengen wird er zu
Schokoladen und Likören, ferner in der Küche,
in Konditoreien, zu Parfümerien und zur Destil
lation von Zimtöl benutzt. Pharmazeutisch findet
er als die Eßlust und Verdauung anregendes
Mittel in Form der offizineilen Zimttinktur, als
geschmackverbessernder Zusatz zu Eisenpräpa
raten und zum Bestreuen von Pillen Anwendung.
ZimtblUten (Zimtnägelein, lat. Flores cas
siae, Clavelli cinnamorni, frz. Clous de cassia.
engl. Cassia buds), die nach dem Verblühen ge
sammelten und getrockneten Blüten einer Cin-
namomumart (Cinnamomum cassia Bl.),
haben eine keulenförmige Gestalt, sind %—iVscm
lang, zum Teil gestielt, schwarzbraun, runzelig
und hart. Jedes Stück besteht aus dem becher
förmigen Unterteil des Kelches, der nach unten
zu stie'lartig verschmälert ist und mit seinem
oberen sechsteiligen Saum den Fruchtknoten
einhüllt. Die Z. enthalten 1,5—2°/o eines nach Zimt
riechenden und schmeckenden ätherischen Öls,
finden aber nur noch untergeordnete Verwen
dung als Küchengewürz, während sie in der
Heilkunde kaum noch benutzt werden. Die Zu
fuhr, die sich im Jahre 1906 auf 1500 Kisten zu
30 kg in Hamburg beschränkte, erfolgt von
China über London und Hamburg.
Zimtöl. Man unterscheidet drei Sorten, das
chinesische Z., das Zeylon-Z. und das Zimtblätter
öl. i. Das chinesische Z. (Kassiaöl, Zimt
blütenöl, gewöhnliches Z., lat. Oleum cinna-
momi, Oleum cassiae, frz. Essence de cassia,
engl. Cassia oil) wird im südlichen China aus
den Blättern, Zweigen und Rindenabfällen des
chinesischen Zimtstrauches, Cinnamo
mum cassia BL, durch Destillation mit Wasser
dämpfen gewonnen und kommt in bleiernen
Kanistern von 7,5 kg Inhalt von Hongkong und
Kanton aus in den Handel. Es bildet eine gelbe
oder bräunliche Flüssigkeit von angenehmem
Zimtgeruch und anfangs süßem, hinterher bren
nendem Geschmack. Das spez. Gew. schwankt
zwischen 1,055—1,070. Der Hauptbestandteil des
in Alkohol und Äther leicht löslichen Z. ist der
Zimtaldehyd (75 % und mehr); außerdem finden
sich noch Essigsäurezimtester und etwas freie
Zimtsäure. Verfälschungen kommen häufig vor,
namentlich mit fetten Ölen, Zedernöl, Kolopho
nium und Mineralölen. Zedernöl, Mineralöle und
fette öle erkennt man an der Erniedrigung des
spezi Gew. und der Unlöslichkeit in 8o°/oigei»
Alkohol, worin sich Kassiaöl im Verhältnis 1 :i—2
löst. Mit Kolophonium versetztes Öl ist dunkel
gefärbt und dickflüssig und hinterläßt bei der
Destillation mehr als 10 % eines hart und spröde
werdenden Rückstandes. Nelkenölhaltiges Z. er
kennt man an der grünen oder blauen Färbung,
welche die Lösung von vier Tropfen Öl h 1
10 ccm Weingeist durch einen Tropfen Eisen
chlorid annimmt, während sich reines Öl nur
braun färbt. Chinesisches Z. wird zum Parfü
mieren von Seifen, sowie zur Geschmacksverbesse-
rung und als Zusatz bei der Bereitung aroma
tischer Liköre benutzt. — 2. Zeylonzimtöl
(echtes Z., lat.Oleum cinnamorni ceylanici, Oleum
cinnamorni acuti, frz. Essence de cannelle de
Ceylan, engl. Cinnamom oil), das Zimtöl d eS
D.A, B., ernält man durch Destillation der beim
Schälen und Verpacken dps Zeylonzimts abfallen
den Späne (Chips) in Menge von 0,5—1 °/o. Di®
hellgelbe bis goldgelbe Flüssigkeit von aromati
schem Geruch und gewürzhaftem, brennende 111
Geschmack, der viel feiner ist als der des chine
sischen Z., löst sich in drei Teilen 70°/oigem
Alkohol und enthält 65—76% Zimtaldehyd. D aS
spez. Gew. beträgt 1,023—1,040. Das Hauptver
fälschungsmittel des Öls ist das viel billiger 6
Zimtblätteröl, auf dessen Anwesenheit zu schlie
ßen ist, wenn I ccm Z., in 5 ccm Spiritus gelöst.