Full text : Magdeburger Großkaufleute

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Dieser  verhältnismäßig  sorgenlosen  Zeit  solgte  dann  die  Begriindung  eines
eigener,  Geschäftes.  In,  Jahre  1847  erwarben  die  Kaufleute  David  Löste  und
Lorenz  Lippert  die  Zucker-  und  Kolonialwarenhandlung  von  Schubart  ADefoy
im  Neuen  Weg,  die  sie  dann  im  Laufe  der  Zeit  zu  großem  Ansehen  brachten.
Mit  Gliicksgütern  waren  beide  junge  Anfänger  nicht  übermäßig  gesegnet,  aber
mit  eisernem  Fleiß,  mit  Pflichttreue  und  Gewiffenhastigkeit  förderten  sie  ihr
Geschäft,  rnrd  nach  wenigen  Jahren  konnten  sie  daran  denken,  sich  eigene  häusliche ­
  Herde  zu  gründen.  Die  Sozien  ergänzten  sich  vorzüglich,  unt>  in  treuer
Freundschaft  waren  sie  durch  ihr  ganzes  Leben  verbunden.  1860  übernahm  die
Firma  Loste  &  Lippert  in  Gemeinschaft  mit  dem  Inhaber  des  Bankhauses
C.  Bennewitz,  des  Herrn  Stadtrats  Gustav  Bennewitz,  unter  Beteiligung  des
Gutsbesitzers  Fr.  Schulze  die  Zuckerfabrik  in  Biere  und  die  damit  verbundenen
landwirtschaftlichen  Betriebe,  die  nun  bis  1875  unter  der  Firma  C.Bennewitz,
Loste  &  Comp,  geführt  wurden.  Nachdem  die  Herren  Bennewitz  und  Lippert
aus  dieser  Firma  und  Herr  Loste  aus  der  Firma  Loste  &  Lippert  ausgeschieden
waren,  wurde  das  Geschäft  in  Biere  nach  Beitritt  der  Herren  I.W.Diesing
und  A.W.Diesing  unter  der  Fa.  Loste,  Schulze  &  Diesing  fortgeführt.  Seiner,
Wohnsitz  behielt  David  Loste  irr  Magdeburg.  Die  schwerste  und  sorgenvollste
geschäftliche  Tätigkeit  in  den  langen  Jahren  selbständigen  Schaffens  fiel  für  ihn
in  das  für  viele  angesehene  Magdeburger  Häuser  verhängnisvolle  Jahr  1866.
Die  schwere  Krisis,  die  über  die  Magdeburger  Kaufmannschaft  mit  dem  Kriegsbeginn ­
  hereinbrach,  wurde  jedoch  glücklich  überwunden,  und  beide  Geschäfte  entwickelten ­
  sich  trotz  erlittener  Verluste  ruhig  rrrrd  stetig.  Im  Gegensatz  zu  diesem
Jahre  brachte  das  Kriegsjahr  1870  mit  seinen  schnellen  rnrd  glänzenden  Siegen
auch  auf  geschäftlichem  Gebiete  reiche  Erfolge.  Die  gänzliche  Lahmlegung  des
französischen  Handels  hatte  im  Zuckergeschäst  eine  gewinnbringende,  lebhafte
Tätigkeit,  besonders  nach  der  Schweiz  hin,  zur  Folge,  so  daß  dieses  Jahr  für  die
Zuckerindustrie,  wie  überhaupt  im  allgemeinen  für  den  Magdeburger  Handel,
mit  außerordentlichem  Gewinn  abschloß.
Neben  seinen  geschäftlichen  Unternehmungen  war  David  Loste  arrch  in  der,
manrrigfaltigsten  Ehrenämtern  tätig.  Getreu  der  Überlieferung  seiner  Väter  war
auch  er  von  aufrichtiger  Frömmigkeit  und  tiefern  Glauben  erfüllt-  Irr  seiner
Stellung  als  Mitglied  des  Presbyteriums  der  sranz.-reform.  Kirche  trat  er  mit
energischer  Fürsorge  für  das  Wohl  feiner  Gemeinde,  deren  Zugehörigkeit  er  sich
stets  zur  Ehre  schätzte,  ein.  Mit  der  größten  Gewissenhaftigkeit  rnrd  Pflichttreue
erfüllte  er  die  Obliegenheiten  eines  Presbyters,  hielt  streng  an  den  alten  Überlieferungen ­
  fest  und  versäumte  nie,  bei  der  Abendmahlsfeier  derr  anrtiererrderr
            
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