Full text : Magdeburger Großkaufleute

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3  o/o  durch  eine  Pacht  von  300  Thalern  decken  und  alle  Reparaturen  und  Kosten,  Lasten  rc.  tragen
will,  so  ist  dabei  fllr  die  Erben  doch  nur  Verlust  in  Aussicht  zu  stellen.  Jetzt  verkauft  das  renommierte ­
  Geschäft  das  Laus  zu  einem  guten  Preis,  später  können  andere  Amstände  eingetreten  sein
oder  es  kann  auch  Krieg  kommen,  wodurch  alleGrundstücke  im  Preise  herabgedrückt  werden.  Oder
Dommerich  verlegte  später  das  Geschäft  in  ein  anderes  Laus  (ob  er  dazu  ein  Recht  behalten
hat,  weiß  ich  nicht).  Das  müßte  meiner  Meinung  nach  dem  Werthe  des  Laufes  sehr  schaden.
Dies  alles  sind  nur  Erörterungen,  welche  ich  beiläusig  erwähne,  denn  als  Moniten  gegen  einen
abgeschlossenen  Vertrag  sollen  sie  nicht  gelten,  da  ich  diesen,  wie  gesagt,  nicht  speziell  kenne.  Das
Uebereinkommen  wegen  Gewinn  am  Geschäft  nämlich  Vs  hat  deshalb  meinen  Beifall,  weil  Ihr
niemals  am  Verlust  Theil  nehmt,  und  wenn  dieser  wirklich  stattsinden  sollte,  Ihr  doch  immer  200
Thaler  gewiß  habt.  Auf  gleiche  Theile  am  Gewinn  und  Verlust  könnt  Ihr  Euch  auch  niemals
einlassen,  weil  Ihr  ganz  außer  Disposition  im  Geschäft  seid  und  solche  auch  nicht  machen  könnt;
eilt  böses  Jahr,  vielleicht  durch  übermäßige  Einkäufe  herbeigeführt,  und  mit  Sinken  der  Preise
verbunden,  könnte  Euch  ja  den  Nutzen  von  mehreren  Jahren  zu  Wasser  machen,  wenn  Ihr  am
Verlust  Theil  nehmen  müßtet.  Lier  ist  übrigens  ein  Contract,  der  blos  aufGewinn-Theil  gestellt
ist,  gerichtlich  nicht  gültig  und  man  pflegt  in  solchen  Fällen,  um  die  Form  zu  beobachten,  einen
kleinen  Verlusttheil  etwa  1  °/o  hinein  zu  sehen.  Wie  dort  die  Gesetze  sind,  weiß  ich  nicht.  Der  alte
Walter  paßt  für  das  Geschäft  recht  gut,  kennt  es  auch  schon,  denn  schon  bei  meiner  Zeit  im  Lause
D.  hatte  er  mit  dem  Lopfen  zu  kramen.  Das  letzte  Jahr,  als  ich  dort  war  (1817),  wo  ich  die  Einkäufe ­
  vou  Lopfen  besorgte,  namentlich  in  der  Altmark,  verdienten  wir  20000  Thaler  das  Jahr,
darauf  ging  aber  wieder  was  hops.  Das  Geschäft  hat  seine  gefährlichen  Seiten,  denn  so  rasch  der
Artikel  steigt,  ebenso  rasch  fällt  er  auch  wieder  und  auf  dem  Lager  ist  er  das  Gegentheil  von  Wein,
er  wird  rascher  schlecht  als  der  Wein  besser  wird.  Das  Vermögen  ist  ganz  nett,  ich  wünsche,  daß
es  50000  Thaler  netto  bleiben  möge,  25000  ist  eine  hübsche  runde  Summe  und  geben  bei  4°/o
eben  1000  Th.  Rente.  Deine  Frage,  ob  Dommerich  die  Landlung  in  einen  besseren  Stand  wird
heben  können  und  heben  wollen,  muß  ich  unbedingt  mit  Ja!  beantworten.  Bei  alten  Leuten  ist  in
der  Regel  die  nöthige  neuere  Coulance  nicht  vorhanden;  sie  kleben  an  veralteten  Moden  und  Ge
bräuchen  und  machen  lieber  ein  Geschäft  gar  nicht,  als  daß  sie  sich  in  Neuerungen  schickten  oder
mit  einem  geringeren  Nutzen  Vorlieb  nehmen,  als  sie  gewohnt  sind.  Ich  denke  mir,  so  ist  es  auch
wohl  mit  dem  Lerrn  Knauff  gewesen,  D.  ist  dagegen  aber  sehr  coulant  und  läßt  so  leicht  nichts
fahren;  er  wird  daher  das  Geschäft  gewiß  mehr  ausdehnen  und  Ihr  könnt  ihm  meiner  Ueberzeugung ­
  nach  unbedingt  vertrauen,  und  je  mehr  Vertrauen  Ihr  ihm  beweiset,  je  mehr  wird  er  eine
Ehre  darin  suchen,  dasselbe  zu  rechtfertigen  und  das  Geschäft  so  lucratif  als  möglich  zu  machen,
sich  bestreben;  auch  ist  es  sehr  richtig,  daß  sein  eigenes  Urtheil  immer  die  Laupttriebfeder  bleibt.
Zu  einer  speziellen  Controlle,  außer  der,  welche  der  jährliche  Abschluß  hervorruft,  rathe  ich  nicht,
auch  möchte  D.  es  sich  nicht  gefallen  lassen  wollen,  sie  führte  für  Euch  auch  zu  nichts,  höchstens  zu
Beunruhigungen,  vielleicht  ohne  Noth,  denn  die  Urtheile  und  Beschlüsse,  von  denen,  die  nicht  fortwährend ­
  im  Geschäft  sind  und  es  außerdem  nicht  einmal  verstehen,  klingen  häufig  sehr  sonderbar
und  schwer  hält  es  oft,  sie  von  ihrer  unrichtigen  Meinung  gehörig  zu  überzeugen.  Also  das  Controlliren ­
  thut  nicht,  Ihr  habt  mit  rechtschaffenen  Leuten  zu  thun.  Könnt  Ihr  die  Landlung  mit
allem  was  dazu  gehört  an  D.  siir  eine  bestimmte  Summe  verkaufen,  so  möchte  ich  dazu  wohl
rathen,  die  Summe  müßte  dann  aber  5000  Thaler  wohl  immer  übersteigen,  denn  das  Minimum,
was  D.  —  und  selbst  in  Verlust  bringenden  Jahren  —  zahlen  muß,  macht  zu  4  o/o  schon  die  Kapital ­
            
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