138 HI. Die Ausbildung des Fabrikbetriebes von 1870 bis zur Gegenwart.
1906: Zuzahlung von 250 M. auf jede Aktie zur Deckung der
Verluste aüs den Jahren 1905 und 1906 (1904 brannte
die Besigheimer Fabrik mit allen Vorräten vollständig
nieder; 1906 brannte die Bremer Fabrik fast ganz ab).
1908: Erhöhung des Aktienkapitals um 1OOOOOOM. auf 3000000M.
zur Vergrößerung des Betriebes.
1910: Erhöhung des Aktienkapitals um 1 OOOOOOM. auf 4000000M.
zur weiteren Vergrößerung des Betriebes.
1911: ErhöhungdesAktienkapitalsuml000000M.auf5000000M.
zur weiteren Vergrößerung des Betriebes und Vermehrung
der Betriebsmittel.
1912: Abermalige Erhöhung des Aktienkapitals um 1 OOOOOOM.
auf 6000000 M. aus denselben Gründen.
Wie bedeutend des weiteren auch die ständigen Ausgaben
der Fabriken aus den laufenden Betriebsmitteln zum
Zwecke der Aufrechterhaltung der technischen Vollkommenheit
sind, das ergibt sich aus den Geschäftsberichten der „Fr. Thörlschen
Vereinigten Harburger Ölfabriken A.-G.“, nach welchen
die Zugänge auf Gebäude- und Maschinenkonto aus den laufenden
Mitteln erforderten:
1906/07
1907/08
1908/09
1909/10
1910/11
167292 M.
206525
339572
287294
388709 „ 66 )
Ich kann dies Kapitel über die Veränderungen der Technik
der Ölmüllerei in den letzten vier Jahrzehnten nicht schließen,
ohne mich noch kurz mit derWeiterentwicklung des Extraktionsverfahrens
beschäftigt zu haben. Wie ich im vorigen Abschnitt
ausgeführt habe, war die Gewinnung der Öle durch Extraktion
aus dem Bestreben heraus entstanden, den Rohstoff in vollkommenerer
Weise auszunutzen, als dies mit Hilfe des Preßverfahrens
möglich war. Tatsächlich gelang es denn auch, die Rohmaterialien
durch Extraktion bis auf 1—2°/ 0 ihres Ölgehaltes zu
entölen, trotzdem aber konnte sich das Extraktionsverfahren
nicht allgemeiner in der Praxis einführen, weil die Qualität der 56
56 ) Darunter 147 639 M. Zugänge auf Grundstückkonto.