Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  der  Moorböden.

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Im  folgenden  sollen  die  Verfahren  beschrieben  werden,  die  für  die  Untersuchung ­
  des  Moorbodens  von  der  Moor-Yersuchs-Station  in  Bremen  ausgearbeitet
und  augenblicklich  dort  in  Gebrauch  sind.  Wenn  diese  Verfahren  in  der  einen
oder  anderen  Richtung  noch  nicht  die  erwünschte  Erweiterung  und  Vervollständigung
gefunden  haben,  so  liegt  das  einmal  an  der  Neuheit  des  Gegenstandes,  für  den  fast
keine  Vorarbeiten  Vorlagen,  dann  an  der  Fülle  anderer  herantretenden  wichtigen
Fragen,  welche  die  Zeit  und  Arbeitskraft  der  Station  in  Anspruch  nahmen.
Im  großen  und  ganzen  soll  die  Darstellung  dem  hei  der  Untersuchung  von
Mineralböden  eingehaltenen  Gange  folgen;  es  kann  daher  auf  manches  zurückverwiesen ­
  werden.  Die  Besonderheiten  der  Moorboden-Untersuchung  werden  dagegen
eingehende  Besprechung  finden.

I.  Probenahme.
Abgesehen  von  den  für  alle  Bodenarten  gleichmäßig  geltenden  Vorschriften
über  die  Probenahme  zum  Zwecke  chemischer  und  physikalischer  Untersuchung  —
auch  hier  sei  vor  allem  auf  die  Erlangung  einer  wahren  Durchsohnittsprobe  hingewiesen ­
  —  ist  bei  der  Entnahme  von  Moorproben  folgendes  besonders  zu  beachten:
Wegen  der  häufig  sehr  verschiedenen  Beschaffenheit  der  obersten,  für  die  Pflanzen
zunächst  in  Betracht  kommenden  Schicht  und  der  tieferen  Moorschichten  ist  ein
Getrennthalten  bei  der  Probenahme  unerläßlich.  Die  Untersuchung  der  tieferen
Moorschichten,  soweit  sie  durch  die  Entwässerungsgräben  angeschnitten  werden,
soll  Auskunft  darüber  gehen,  ob  der  Vorrat  an  Pflanzennährstoffen  auf  größere
Tiefe  hin  anhält,  sowie  notwendige  Aufschlüsse  über  den  Zersetzungszustand
und  das  Verhalten  der  tieferen  Moorschichten  bei  Entwässerung  und  Durchlüftung ­
  liefern.  Dann  ist  zu  berücksichtigen,  daß  beim  Ausheben  der  zahlreichen
Entwässerungsgräben  nicht  unerhebliche  Mengen  aus  den  unteren  Moorlagen  auf
die  Oberfläche  geschafft  und  über  diese  verteilt  werden,  die  Beschaffenheit  der
späteren  Kulturschicht  also  wesentlich  beeinflussen.  Nicht  selten  finden  sich  zudem
in  den  tieferen  Schichten  pflanzenschädliche  Stoffe,  welche,  auf  die  Oberfläche  gebracht, ­
  äußerst  giftig  auf  das  Pflanzenwachstum  wirken.  Der  mineralische  Untergrund,
falls  er  bei  Mooren  von  geringer  Mächtigkeit  durch  die  Gräben  angeschnitten  wird,
ist  ebenfalls  auf  pflanzenschädliche  Substanzen  zu  untersuchen,  dann,  wenn  z.  B.
eine  Sanddeckkultur  geplant  wird,  bei  welcher  der  Sand  dem  Untergründe  entnommen ­
  werden  soll,  auch  auf  seine  Eignung  als  Bedeckungsmaterial  in  physikalischer
Hinsicht.
Alle  diese  Erwägungen  haben  zur  Aufstellung  einer  Vorschrift  für  die  Entnahme ­
  von  Bodenproben  seitens  der  Moor-Versuchs-Station  geführt,  die  im  Wortlaut ­
  hier  folgt.  Besonders  sei  noch  hervorgehoben,  daß  die  Moorproben  in
ihrem  natürlichen  Zustand,  also  möglichst  frisch,  nicht  etwa  an  der  Luft  vorgetrocknet, ­
  zur  Untersuchung  gelangen  müssen,  da  nur  so,  wie  weiter  unten  ausgeführt ­
  werden  wird,  richtige  Anhaltspunkte  für  die  Beurteilung  der  fraglichen  Moorflächen ­
  gewonnen  werden  können.
Anweisung  zur  Entnahme  von  Moorboden-Proben  behufs  chemischer  und
physikalischer  Untersuchung.
Da  die  chemischen  und  physikalischen  Eigenschaften  der  für  die  Kultivierung  bestimmten ­
  Moore  das  Gedeihen  der  Kulturen  wesentlich  beeinflussen  und  sehr  häufig  für  die
Art  und  Weise  der  Benutz»ng  maßgebend  sind,  so  ist  es  unerläßlich,  vor  der  Inangriffnahme
irgend  welcher  Kultur  auf  Flächen,  über  deren  Verwertbarkeit  genügende  Erfahrungen
noch  nicht  vorliegen  —  neben  Feststellung  der  Wasserverhältnisse  und  sonstiger  das  Pflanzen-6*

            
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