Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung  von  Boden.

—  vielleicht  infolge  Verflüchtigung  durch  Bildung  von  Arsenwasserstoff  —  nicht  so  stark
schädlich  zu  wirken  scheint;  die  nachteiligen  Wirkungen  machten  sich  jedoch  im  Boden
auch  schon  hei  geringen  Mengen,  nämlich  0,025  °/ ( „  deutlich  geltend.  ‘
Zu  den  direkt  schädlichen  Bestandteilen  der  Ackererde  gehören  ferner  lösliche
Salze  in  größerer  Menge,  so  Chlornatrium,  Chlorcalcium,  Chlormagnesium,
wie  sie  mitunter  durch  Überschwemmungen  mit  Meerwasser  oder  durch  Berieselung  mit
Abwasser  aus  Steinkohlengruben,  Salinen,  Kalisalz-Bergwerken,  Sodafabriken  (nach  dem
Ammoniak-Verfahren)  im  Boden  auftreten  können.  Wie  schon  oben  S.  71  bemerkt,
macht  ein  Gehalt  von  0,1  °/ 0  und  mehr  Kochsalz  den  Boden  unfruchtbar.  Chlorcalcium
und  Chlormagnesium  scheinen  an  sich  nicht  so  stark  schädlich  zu  sein  als  Chlornatrium. ­
  Bei  hinreichender  Feuchtigkeit  äußern  die  löslichen  Salze  häufig  keine  schädliche ­
  Wirkung,  sondern  erst  beim  Austrocknen  des  Bodens  (im  Sommer),  wo  die  Bodenlösung ­
  konzentrierter  wird;  denn  die  Pflanzen  gedeihen  regelrecht  nur  in  Nährsalzlösungen
von  1  zu  1000,  sind  aber  gegen  eine  einseitige  Salzlösung  noch  empfindlicher.  Gelangen
derartige  salzhaltige  Wässer  wiederholt  auf  einen  Boden,  so  lagern  sich  nach  Ad.  Mayer
die  Tonteilohen  dichter  aneinander,  der  Boden  wird  „dicht  geschlämmt“;  ferner  entführen ­
  sie  dem  Boden  durch  Wechselzersetzung  und  auch  durch  ihre  stärker  lösende
Wirkung,  gegenüber  gewöhnlichem  Wasser,  wichtige  Nährstoffe,  besonders  Kali  (Chlornatrium ­
  löst  auch  Kalk  und  Magnesia),  so  daß  infolgedessen  die  Erträge  ebenfalls  nachlassen.
  Diese  lösende  Wirkung  äußern  die  Salze  schon  deutlich,  wenn  sie  in  einer
Menge  von  0,5  g  auf  1  1  vorhanden  sind;  die  schädliche  Wirkung  kann  durch  einen
gleichzeitig  vorhandenen,  verhältnismäßig  hohen  Kaligehalt  des  Wassers  zum  Teil  ausgeglichen ­
  werden.
Bei  Böden,  welche  durch  Salze  dieser  Art,  besonders  durch  Kochsalz  verdorben  sind,
wird  Anbau  solcher  Pflanzen  empfohlen,  welche,  wie  Kohl,  Kaps  oder  Gerste  (wegen  der
flachen  Bewurzelung)  verhältnismäßig  viel  Salz  vertragen;  bei  den  durch  Überschwemmungen
mit  Meerwasser  beschädigten  Böden  hat  sich  nach  Ad.  Mayer  auch  eine  Düngung  mit
Stickstoff  (Salpeter)  als  günstig  erwiesen,  ebenso  der  Anbau  von  bodenlockernden  Gewächsen
(z.  B.  Klee  und  sonstigen  tiefwurzeluden  Pflanzen);  dabei  soll  man  den  Boden  vorWinter
in  rauhe  Furchen  legen,  damit  der  Frost  auf  ihn  einwirken  kann  und  die  Salzteilchen  den
Winter  über  besser  in  den  Untergrund  gewaschen  werden.
Außer  den  Chloriden  kommt  mitunter  auch  kohlensaures  Natrium  im  Boden  als
schädliches  Salz  vor,  so  z.  B.  im  Boden  der  ungarischen  Pußta,  wo  es  bei  geringer  Bodenfeuchtigkeit ­
  vorübergehende  Unfruchtbarkeit  hervorruft;  Sprengel  fand  in  einer  unfruchtbaren ­
  Ackererde  aus  Portorico  0,66  °/ 0  kohlensaures  Natrium.
Auf  die  Nachteile,  welche  Magnesiumsalze,  auch  sogar  Magnesiumkarbonat
haben,  wenn  letzteres  in  größerer  Menge  als  Calciumkarbonat  vorhanden  ist,  habe  ich
schon  S.  71  hingewiesen.
Auf  diese  und  andere  außergewöhnliche  Bestandteile  ist  unter  Umständen  ebenfalls
Kücksicht  zu  nehmen,  wenn  es  sich  um  Beurteilung  der  Güte  und  Fruchtbarkeit  eines
Bodens  handelt.  Wer  sich  eingehender  darüber,  wie  die  vorstehend  aufgeführten  außergewöhnlichen ­
  Bestandteile  nachteilig  auf  Boden  und  Pflanzen  wirken,  unterrichten  will,
den  verweise  ich  auf  meine  Schrift:  „Verunreinigung  der  Gewässer,  deren  schädliche
Folgen  usw.“.  Berlin  1899.

B.  Untersuchung  der  Moorböden.
Im  allgemeinen  gelten  für  die  physikalische  und  chemische  Untersuchung  des
Moorbodens  dieselben  Regeln,  wie  für  diejenige  der  mineralischen  Bodenarten.  Di®
Eigenartigkeit  des  erstgenannten  macht  jedoch  im  besonderen  eine  Menge  von  Abänderungen ­
  notwendig,  so  daß  es  ratsam  ist,  die  Untersuchung  der  Moorbodenarten
getrennt  für  sich  zu  behandeln.
            
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