im Binnenverkehr
nach dem Siegerland
191% ‚470 000 Tonnen = 50% 857 000 Tonnen = 22,6%
1926 . [201000 „=27%| 48000 „= 65%
im Fernverkehr
‚ 678 000 Tonnen = 47,4%
1451000 „ =665%
Es ist also 1926 das Siegerland als Abnehmer so gut wie aus-
gefallen.
Die Auswirkung der hohen Frachtkosten trifft den Versand dieses
Gebietes besonders stark, da die Entfernungen zu den Verbrauchs-
stätten der Erze, abgesehen von den wenigen Hochöfen an der Dill und
Lahn selbst, erheblich größer sind und die Fracht die Erze um 4,50 RM.,
ja bis 5 RM. verteuert.
Die Selbstkostenentwicklung und die Verschiebung der einzelnen
Unkostenfaktoren zeigt das Schaubild Anlage 9*). Während im Siegerland
die Gestehungskosten nur um 27 °%, heraufgegangen sind, ist im Dill-
und Lahngebiet eine Steigerung von durchschnittlich 37 °/, eingetreten,
ein Zeichen dafür, daß sich die verteuernden Faktoren bei den kleinen
Gruben des dortigen Bezirks schärfer ausgewirkt haben bzw., daß eine
Rationalisierung im Ausmaße der im Siegerländer Bezirk durchge-
führten noch nicht möglich war.
3 Oberhessen.
Es handelt sich bei den hessischen Vorkommen um unregelmäßige
Lager und Linsen verschiedener Größe, die mit wellenförmiger Be-
grenzung auf einer Unterlage vulkanischer Natur auf Basalt oder
Basalttuff aufliegen und teils unmittelbar zu Tage austreten, teils von
einer mehr oder minder starken Decke jüngerer Schichten überlagert
sind.
Die wichtigsten und meisten dieser Linsen sind primäre Bildungen.
Sie zeigen Anreicherungen des durch Zersetzung freiwerdenden KEisen-
zehaltes des Basaltes zu Schnüren, Schalen und Bändern oder sind aus
Zertrümmerungsprodukten dieser Masse hervorgegangen. Eine Gesetz-
mäßigkeit in der Bildung der Lager hat sich noch nicht finden lassen,
doch scheinen sie Spaltenbildungen zu folgen.
Die Mächtigkeit einer Linse schwankt von 0 bis 20 m bei geringer
Flächenerstreckung. ;
Die Erze, die im Tagebau verhältnismäßig einfach und billig ge-
wonnen werden, enthalten nur 17 bis 22°% Fe und etwa 0,35 °% Mn
mit einem Phosphorgehalt von rund 0,20 °. Sie müssen, um handels-
fähig zu sein, gewaschen werden und kommen mit 42 bis 44 °% Fe und
etwa 1,5°% Mn und 0,4 °% P auf den Markt. Durch den Waschprozeß
gehen erhebliche Teile des Metallgehaltes der Erze verloren, da die
feinen und feinsten Teile mitgespült werden. Infolge dieser heute noch
unvermeidbaren Verluste sind rund 5 Tonnen Roherz notwendig, um
1 Tonne Versanderz herzustellen. Die Hauptkosten liegen hier nicht
) Siehe 8. 117.
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