Untersuchung der Moorböden.
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wonnene lufttrockne Probe dient auch zur chemischen Untersuchung; in ihr wird
(s. u.) eine Bestimmung der Trockensubstanz ausgeftlhrt; damit erhält man die
nötigen Unterlagen, um berechnen zu können, wie viel z. B. 1 cbm des natürlichen
Moores an frischer und trocken gedachter Substanz enthält; man kann dann leicht
mit Hilfe der prozentigen Zahlen der Untersuchung den absoluten Gehalt einer
beliebigen Bodenmenge an wertbestimmenden Stoffen ermitteln.
Das beschriebene Verfahren ist allerdings nicht vollkommen einwandfrei. Die
Veränderung im Wassergehalt und in der Lagerung der Moorteilchen bei der Probe
nahme und dem Versand wird die Größe des Volumgewichts in gewissem Grade
beeinflussen. Bedenkt man aber einerseits, daß man bei dem beschriebenen Verfahren
fast nie die feste Lagerung der Moorteilchen wie im natürlichen Moore erreicht, also
jedenfalls die Bestimmung des Volumgewichtes und infolgedessen der in einem bestimmten
Bodeny olumen vorhandenen Nährstoff mengen eher etwas zu niedrig als zu hoch
ausfällt, — die vorzuschlagenden Kulturmaßnahmen werden hierdurch nicht beein
flußt — und daß vor allem das Verfahren seit Jahren sich praktisch bewährt hat,,
zieht man andererseits in Erwägung, daß es sehr schwer ist, das Verfahren durch ein
anderes zu ersetzen, das ebenso einfach ist, ohne an die Einsicht und Geschick
lichkeit der Einsender von Moorproben bei der Probenahme besondere Ansprüche
zu stellen, so wird man sich vorläufig wenigstens mit ihm begnügen können.
Die Bestimmung des Volumgewichtes ist natürlich frei von allen den Fehlern,
die durch die Veränderungen im Wassergehalt und in der Lagerung der Moor
substanz bei der Probenahme, dem Versand u. dergl. verursacht werden, wenn
mit Hilfe der Blechform die Würfel an Ort und Stelle selbst ausgehoben werden.
Es ist das aus naheliegenden Gründen allerdings nur selten ausführbar. Am zweck
mäßigsten läßt man sich hierfür eine Anzahl vollkommen gleich großer Blech
würfel von den oben angegebenen Maßen mit gut schließendem, übergreifendem
Deckel hersteilen. Bei Bestimmungen des Volumgewichtes in der oberen Schicht, der
Ackerkrume, wird die Bodennarbe, falls sie vorhanden ist, flach abgeschält; handelt
es sich um die tieferen Schichten, so werden die oberen bis zur entsprechenden
Tiefe sorgfältig abgetragen, dann ein Würfel eingedrückt, ausgehoben, die über
stellenden Teile mit einem scharfen Messer abgeschnitten und geglättet, der Würfel
mit dem zugehörigen Deckel verschlossen und die Fugen zur Verhinderung der
Wasserverdunstung mit gummierten Papier streifen verklebt. 1 ) Auf die beschriebene
Art werden an verschiedenen Stellen der Moorfläche, nötigenfalls auch in verschiedenen
Schichten Würfel ausgestochen und dadurch die Sicherheit der Volumgewichts
bestimmung vergrößert, aus einer gleichmäßig über die Fläche verteilten Anzahl
von Probelöchern zudem noch ein Durchschnittsmuster des Moorbodens gewonnen.
Für die Bestimmung des Volumens der festen Moorteile, des spezifischen Gewichtes
des Moorbodens und im Anschluß daran der Porosität des Moorbodens dient ein
besonders eingerichtetes Volumenometer. 2 )
Es hält sehr schwer, aus stark sandigen Mooren eine richtige Durchschnitts
probe für die Untersuchung zu gewinnen, da nach dem Trocknen an un
sich leicht entmischen. Beide werden daher zweckmäßig voneman er B e
’) Die Würfelform hat am Boden ein kleines Loch, um beim Einpressen dei Mooi-
probe ein Entweichen der Luft aus der Form zu gestatten.
2 ) Br. Tacke, Zeitachr. f. angew. Chemie 1893, 39.