Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung der Moorböden. 
91 
bekannter Form entwickelt und in den Waschflaschen b mit Säuren und Alkali 
gewaschen wird. Der aus c austretende Gasstrom geht durch eine v. P ettenkof ersehe 
Absorptionsröhre e und tritt in dem Gefäß f unter Waser aus. 
Der Gang des Stromes wird durch die Schraubenklemme h geregelt; die feinere 
Regelung läßt sich sehr leicht durch höheres oder tieferes Eintauchen des Rohres 
im Gefäß f erreichen, wodurch eine Verschiebung des Widerstandes für den aus 
tretenden Gasstrom in sehr engen Grenzen möglich ist. Der Ansatz mit dem 
Quetschhahn d dient dazu, die Aufschlämmung von kohlensaurem Calcium zu dem 
Inhalt im Zersetzungsgefäß c treten zu lassen. Nach Einfüllung des Moorbodens und 
von 100—200 ccm Wasser in c wird zunächst durch den ganzen Apparat 1 Stunde lang 
Wasserstoff geleitet, um den Sauerstoff und die im Apparat vorhandene Kohlensäure 
zu entfernen. Zum Aufschlämmen der Stoffe wird ausgekochtes Wasser benutzt, des 
gleichen zur Herstellung der Lösung verdünnter Säure im Wasserstoffentwickelungs 
apparat a. Ist aller Sauerstoff und alle Kohlensäure durch Wasserstoff im Apparat 
verdrängt, so wird bei ununterbrochenem Gasstrom durch Lüftung des Stopfens in das 
Absorptionsrohr e die Absorptionsflüssigkeit (100 ccm oder Natronlauge) einge 
füllt, sodann durch d ein Uberschuß von aufgeschlämmtem kohlensaurem Calcium und 
unter zeitweiligem Umschütteln des Inhaltes im Gefäß c mindestens weitere 3 Stunden 
Wasserstoff in langsamem Strom durchgeleitet, darauf der Inhalt des Absorptions 
rohres e unter möglichster Verhütung des Zudringens von Kohlensäure aus der Luft 
entleert und die Veränderung der Azidität nach dem Verfahren von CI. Winkler 1 ) 
(Zusatz von reinstem Chlorbaryum und Titrieren mit oder ^ Salzsäure, unter Ver 
wendung von Phenolphthalein als Indikator) bestimmt, indem man die Lösung 
samt Niederschlag direkt 2 ) titriert. 
Der Gehalt der verwendeten Lauge an freiem Alkali wird vorher in derselben 
Weise (unter Einhaltung derselben Verdünnungen) durch Titration mit Salzsäure 
nach Zusatz von Chlorbaryum unter Anwendung von Phenolphthalein als Indikator 
festgestellt. Die Differenz zwischen den beiden Titrationen ergibt die Menge 
Kohlensäure, die aus dem Calciumkarbonat durch Einwirkung der freien Humus 
säure des Moorbodens entwickelt worden ist, und in dieser ein Maß für den Säure 
grad des Bodens. Wichtig ist es, daß bei der Titration am Schlüsse der 
Zusatz der Säure langsam erfolgt. 
Durch die Ermittelung des Säuregrades (Gehaltes an freier Säure, Humussäure) lassen 
sich nach Br. Tacke eine Reihe Fragen, wie über das Kalkbedürfnis, die Wirkung der 
Eohphosphate usw. auf verschiedenen Moorböden beantworten. 
IV. Berechnung der Untersuchung und ihre Verwertung zur Beurteilung 
der Güte eines Moorbodens. 
Die Untersuchungsergebnisse werden am besten auf Prozente der vollkommen trocken 
gedachten Moorsubstanz berechnet und daun auf Grund der Volumgewichtsbestimmung er 
mittelt, wie viel von den betreffenden Pflanzennährstoffen in einem bestimmten Bodenvolumen, 
z. B. auf einer Fläche von 1 ha, in der Oberflächenschicht von 0—20 cm oder in einer gleich 
*) Vergl. CI. Winkler, Maßanalyse, und Fr. Boeckmann, Untersuohungsmethoden 
1893, 1, 411. 
3 ) Vergl, F. W. Küster, Zeitschr. f. anorgan. Chemie 1896, 18, 127, und G. Lunge, 
Zeitschr. f. angew. Chemie 1897, 41.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.