9g Untersuchung von Boden.
schädlichen Stoffe wurden an der Moor-Versuchs-Station die folgenden Verfahren
ausgearbeitet: x )
a) Qualitativer Nachweis.
a) Wasserlösliches Eisenoxydul. Die Moor- oder Sandprobe wird in
einem Bechergläschen etwa mit dem doppelten Volumen Wasser libergossen, eine
Messerspitze voll fein zerriebenen roten Blutlaugensalzes zugesetzt und nach dem
Umrühren mit einem Glasstab 24 Stunden lang stehen gelassen. Ist bis dahin keine
Blaufärbung eingetreten, so ist sicher kein Eisensulfat vorhanden. Bei Gegenwart
desselben entstehen entweder an der Oberfläche der festen Masse oder an einzelnen
häufig von außen sichtbaren Stellen, an Holzresten und dergl. blaue oder bläuliche
Färbungen. Die bei Sandproben sehr deutliche Eeaktion ist bei den dunkel ge
färbten Moorproben schwieriger zu erkennen. * 2 3 * * * * )
Bei Gegenwart von kohlensauren Salzen (kohlensaurem Calcium) wird, wenn
aus Schwefeleisen durch Oxydation schwefelsaures Eisenoxydul entsteht, bald eine
Umsetzung eintreten und, falls die Mengen der kohlensauren Salze ausreichen, alles
Eisensulfat in Karbonat verwandelt und kein wasserlösliches Eisenoxydul nachzu-
w'eisen sein.
ß) Sohwefeleisen. Nach den vorliegenden Untersuchungen 8 ) hat das in
den Mooren vorkommende Schwefeleisen die Zusammensetzung FeS 2 und die Form
des Wasserkieses, welcher sich bei Gegenwart von Wasser und Luft leicht in
schwefelsaures Eisenoxydul und freie Schwefelsäure umsetzt. Daneben finden sich
andere schwerer zersetzbare Schwefeleisenverbindungen, wenn auch seltener.
Der qualitative Nachweis des Schwefeleisens stützt sich darauf, daß
es bei heftigem Glühen unter Luftzutritt allen Schwefel in Form von Schwefliger
Säure bezw. Schwefelsäure abgibt, und daß selbst sehr geringe Mengen Schwefliger
Säure sich durch den Geruch mit Sicherheit erkennen lassen.
Die fragliche Probe wird in einem Platintiegel mit aufgelegtem Deckel auf
einem Gebläse zum Glühen erhitzt, dann schnell in eine eiserne Pfanne ausge-
schilttet und zur Nase geführt. Kleine Mengen Schwefliger Säure werden an dem
scharfen stechenden Geruch sofort erkannt. Sind in der Probe kohlensaure oder humus-
saure Salze vorhanden, so wird ein Teil der entstandenen Säure von den Basen dieser
Salze zurückgehalten werden. Aber unter Umständen tritt selbst bei einem großen
Überschuß von kohlensaurem Kalk, wie z. B. in schwefelkieshaltigen Mergeln, beim
Glühen eine starke Entwicklung von Schwefliger Säure auf, vielleicht weil die Mischung
von kohlensaurem Kalk und Schwefeleisen nicht innig genug ist, um alle Schweflige
Säure festzuhalten. Wässerige Auszüge geben dann keine Eeaktion auf Eisenoxydul-
Ein derartiges kalkreiches Deckmaterial kann ohne Bedenken verwendet werden, da
in dem vorhandenen kohlensauren Kalk zugleich ein Mittel, die etwa aus Schwefel
kies entstehende Schwefelsäure unschädlich zu machen, geboten ist. Es empfiehlt
sich daher, neben der Prüfung auf wasserlösliches Eisenoxydul und Schwefeleisexi
stets die auf Kohlensäure vorzunehmen.
') M. Fleischer, Landw. Jahrbücher 1886, 15, 50.
2 ) Betreffs des Auftretens der Eeaktion bei Gegenwart von Eisenphosphat vergl-
Br. Tacke, Mitteilung des Vereins zur Förderung der Moorkultur 1892, 10, 46.
3 ) M. Märcker, Zeitschr. des landw. Vereins der Provinz Sachsen 1874, No. 2
und 3, S. 64 ff.
W. Th. Osswald, Landw. Jahrbücher 1877, (>, 391 ff.
K. Virchow, Ebenda 1880, 9, 1034.
M. Fleischer, Ebenda 1886, 15, 50ff.