Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung  von  Kalksteinen,  Mergel  bezw.  Kalkdüngemitteln.

b)  Schwefelsäure-Aufschließung:  Der  in  Salzsäure  unlösliche  und  ausgewaschene ­
  Rückstand  wird  erst  mit  einer  Lösung  von  Natriumkarbonat  und  etwas
Natriumhydroxyd  ausgekocht,  um  die  durch  Salzsäure  gelöste  Kieselsäure  zu  bestimmen;
der  ausgewaschene  Rückstand  hiervon  wird  direkt  noch  feucht  zweimal  mit  konzentrierter
Schwefelsäure  in  einer  Platinschale  bis  fast  zur  Trockne  verraucht  und  die  aufgeschlossene ­
  Masse  zur  Bestimmung  der  einzelnen  Bestandteile  (Kieselsäure,  Tonerde,
Sand,  Kalk  und  Alkalien)  wie  bei  Boden  S.  24  bezw.  31  behandelt.
c)  Erfordert  die  Untersuchung  auch  eine  Bestimmung  der  Silikate  in  dem
Sande,  so  wird  genau  wie  bei  Boden  S.  32  u,  f.  verfahren.
Für  die  Untersuchung  von  Kalkdüngemitteln  hat  der  Verband  landwirtschaftlicher ­
  Versuchs-Stationen  im  Deutschen  Reiche  auf  Antrag  von  Br.  Tacke 1 )
folgende  Bestimmungen  getroffen:
Bei  diesen  Untersuchungen  kommen  in  Betracht;
A.  1.  Gebrannter  Kalk  in  Stücken  oder  gemahlen.
2.  Gebrannter  gelöschter  Kalk.
3.  Gebrannte  oder  gebrannte  und  gelöschte  Graukalke  (stark  magnesiahaltige
gebrannte  Kalke).
B.  4.  Kalkmergel  und  Tonmergel.
5.  Dolomitische  Mergel.
C.  6.  Gemische  aus  A  und  B  in  verschiedenem  Verhältnis.
D.  7.  Abfallkalke  (Nebenerzeugnisse  der  chemischen  Industrie).
Als  wertbestimmend  für  die  Kalkdüngemittel  ist  in  allen  Fällen
nur  der  Gehalt  derselben  an  Kalk  oder  Magnesia  in  basisch  wirkender
Form  zu  betrachten  (Oxyd,  Oxydhydrat,  Karbonat,  nicht  in  Verbindungen ­
  der  genannten  Basen  mit  anderen  Säuren,  Calciumsulfat,
Magnesium-  und  Caloiumsilikate).
Probenahme.  Bei  gebranntem  Kalke  in  Stücken  hat  die  Probenahme  in  der  Art
zu  geschehen,  daß  eine  größere  Anzahl  von  Brocken  von  verschiedenen  Stellen  des
Haufens  zu  haselnußgroßen  Stücken  zerschlagen,  aus  der  sorgfältig  gemischten  Probe
eine  Durchschnittsprobe  von  mindestens  500  g  genommen  und  in  eine  trockne  Flasche
gefüllt  und  dicht  verschlossen  wird.  Bei  den  übrigen  Kalkdüngemitteln  in  gemahlener
Form  erfolgt  die  Probenahme  nach  den  für  Düngemittel  geltenden  Vorschriften.
Da  Kalkdüngemittel,  die  Ätzkalk  enthalten,  namentlich  in  gemahlener  Form  während
des  Versandes  Wasser  und  Kohlensäure  aufnehmen,  so  ist  bei  solchen  die  Probe
bei  loser  Verladung  nach  Entfernung  der  oberen  Schicht  der  Ladung,  bei  Verladung
in  Säcken  aus  der  Mitte  der  Säcke  zu  entnehmen.  Die  Verpackung  der  Probe  hat
bei  gebranntem  Kalk  und  gelöschtem  Kalk  jedoch  in  dicht  verschlossenen  Flaschen,
nicht  in  Büchsen  zu  erfolgen.
Vorbereitung  der  Proben  im  Laboratorium.  Die  Proben  müssen  möglichst ­
  schnell  so  weit  zerkleinert  werden,  daß  sie  durch  ein  Millimetersieb  gehen.  Aus
dem  Durchgesiebten  wird  eine  Probe  so  schnell  als  möglich  durch  ein  Thomasmehlsieb ­
  gebracht  und  zur  Untersuchung  .verwendet.
Untersuchung  A.  Bei  Kalkdüngemitteln  unter  A  1  und  2  bekannter
Herkunft  mit  geringem  Gehalt  an  Magnesia  (bis  5  °/ 0 )  wird  der  Gehalt  an  basisch
wirkenden  Stoffen  wie  folgt  ermittelt:  0,25  g  werden  mit  etwa  200  ccm  erwärmtem
Wasser  aufgeschüttelt,  mit  25  oder  50  ccm  titrierter  Schwefelsäure  versetzt  (etwa
1 / 5  normal),  die  Kohlensäure  durch  Kochen  entfernt  und  die  überschüssige  Säure
!)  Landw.  Versuchs-Stationen  1899,  52,  76;  1900,  54,  7;  vergl.  auch  ImmendorfL
Zeitschrift  f.  angew.  Chemie  1900,  1147.
            
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