Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche Düngemittel. 
IV. Baker-, Maiden-, Mejillones-Guano. 
1. Stickstoff. Diese Guanosorten enthalten meistens sehr wenig Stickstoff; 
falls er bestimmt werden soll, verfährt man ebenso wie hei Peruguano (S. 169). 
2. Phosphorsänre. Dieselbe wird nach den unter rohem Peruguano (S. 169), 
hezw. wie hei Knochenmehl (S. 167) angegebenen Verfahren bestimmt. 
3. Asche, Sand und Feuchtigkeit werden wie bei Knochenmehl (S. 167 bezw. 
136) bestimmt. 
V. Knochenkohle, Knochenasche usw. 
1. Phosphorsäure. 5 g der fein zerriebenen Substanz werden entweder wie 
bei Knochenmehl aufgeschlossen oder verascht (Knochenasohe wird direkt gelöst), 
dann mit mäßig konzentrierter Salzsäure 1 / 4 Stunde gekocht, zur Abscheidung 
etwaiger Kieselsäure auf dem Wasserbade zur Trockne verdampft, mit salzsäure- 
haltigem Wasser auf genommen und filtriert. 
Der Rückstand wird nach dem Auswaschen, wenn erforderlich, getrocknet, 
geglüht und gewogen; er ergibt die vorhandene Sandmenge. Das Filtrat wird auf 
500 ccm gebracht und 50 ccm davon zur Phosphorsäurebestimmung (S. 150) verwendet. 
2. Feuchtigkeit. Durch Trocknen von 10 g Substanz bei 105—110° bis zur 
Gewichtsbeständigkeit. 
3. Kohlensäure und Ätzknlk. Die Kohlensäure wird wie bei Boden (S. 15) 
oder wie bei Mergel (S. 102) in etwa 3 g bestimmt. Sollte auch Ätzkalk zugegen 
sein, so feuchtet man eine zweite Probe im Tiegel mit einer Lösung von Ammonium 
karbonat an, verdunstet die Feuchtigkeit unter Bedecken des Tiegels mit dem Deckel, 
wiederholt diese Behandlung mehrmals und erhitzt zuletzt vorsichtig etwas stärker, 
jedoch nicht bis zum Glühen, so daß von der Kohle nichts verbrennt. Hierauf 
wird nochmals die Kohlensäure bestimmt und aus der Differenz, welche man bei 
der ersteh und zweiten Bestimmung findet, die vorhandene, der mehr gefundenen 
Kohlensäure entsprechende Menge Ätzkalk berechnet; 1 Teil C0 2 = 1,273 Teile CaO. 
4. Schwefelsäure und Chlor. Zur Untersuchung auf diese Bestandteile 
fällt man die verdünnte salpetersaure Lösung mit Baryumnitrat bezw. Silber 
nitratlösung. 
VI. Thomasphosphatmehl. 
Für die Vorbereitung der zur Untersuchung auf Phosphorsäure zu 
verwendenden Probe Thomasmehl gilt die vom Verbände landwirtschaftlicher Ver 
suchs-Stationen i. D. Reiche getroffene Vereinbarung No. 8 S. 164. *) 
1. Gesamt-Phosphorsäure. Zur Bestimmung der Phosphorsäure in dem 
Thomasphosphatmehl werden 5 oder 10 g mit Salzsäure, mit Königswasser oder 
mit Schwefelsäure aufgeschlossen. 
Von dem Verbände landw. Versuchs-Stationen i. D. R. ist die Aufschlieflung 
mit Schwefelsäure vereinbart. * 2 ) Dieselbe wird am besten nach dem Vor 
schläge von G. Loges 3 ) ausgeführt. 10 g Phosphatmehl werden in einem 1 / 2 1-Kolben 
von hartem Kaliglase mit Wasser durchfeuchtet und mit 50 ccm konzentrierter 
Schwefelsäure versetzt. Darauf erhitzt man die Masse entweder im Sand- oder 
J ) Diese Vereinbarung ist auch vom V. intern. Kongreß f. angewandte, Chemie an 
genommen. 
2 ) Landw. Versuchs-Stationen 1893, 43, 324. Der V. intern. Kongreß f. angewandte 
Chemie hat sich ebenfalls für das Aufschließen mit Schwefelsäure ausgesprochen. 
3 ) Repertorium f. anal. Chemie 1887, S. 85 u.. Privat-Mitteilung.
	        
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