Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche Düngemittel. 
2. Statt des Rotierapparates 1 ) darf kein Schüttelapparat angewendet werden. 
3. Zur sofort nach der Schüttelung vorgenommenen Filtration verwendet man zweck 
mäßig große Falteulilter; wenn die Flüssigkeit anfangs trübe filtriert, wird sie auf das 
Filter zurüokgegossen. 
Die so hergestellte Zitronensäure-Lösung enthält unter Umständen hei kiesel- 
säurereichen und eisenarmen Thomasmehlen verhältnismäßig viel Kieselsäure, und 
diese wirkt, weil sie sich unlöslich ausscheidet, fehlerhaft d. h. bedingt zu hohe 
Ergebnisse. Die Zitronensäure-Lösungen von solchen Thomasmehlen erscheinen 
hell, fast farblos und liefern nur schwierig filtrierende Niederschläge. Zur 
Vermeidung der durch Mitausscheidung von Kieselsäure bedingten Fehler können 
verschiedene, bereits S. 154—156 beschriebene Verfahren angewendet werden. Die 
deutschen Versuchs-Stationen haben die Vorprüfung nach Kellner (S. 154 Anm. 1), 
die Abscheidung der Kieselsäure durch Eindampfen mit Salzsäure und die Fällung 
der kieselsäurefreien Lösung nach Böttcher (S. 153) vereinbart. 
P. Wagner * 2 * * ) dagegen schlägt, weil an sich jede Bestimmung doppelt ausgeführt 
zu werden pflegt, folgenden Weg vor; 
Jede zur Untersuchung kommende Thomasmehlprobe wird von zwei, nötigenfalls von 
drei verschiedenen Chemikern untersucht, und zwar wie folgt: 
Verfahren I. Der eine Chemiker bestimmt die Phosphorsäure unter genauer Ein 
haltung der S. 154 angegebenen Bedingungen durch Fällung mitEisen-Zitrat-Magnesia- 
mixtur. 
Verfahren II. Der zweite Chemiker bestimmt (selbstredend in einem anderen Teile 
der Probe) die Phosphorsäure nach dem gleichen Fällungsverfahren, jedoch mit der Ab 
weichung, daß er 
a) nicht die Eisen-Zitrat-Magnesiamixtur, sondern die Zitrat-Magnesiamixtur ohne 
Eisen verwendet, oder 
b) die Zitrat-Magnesiamixtur dem zitronensauren Phosphatauszug zufügt, die Mischung 
3—5 Minuten stehen läßt und sie dann in den Rührapparat bringt. 
Liegt ein Thomasmehl von normalem Kieselsäuregehalt vor. so deckt sich das bei 
diesem Verfahren erhaltene Ergebnis mit dem bei Verfahren I erhaltenen. Liegt dagegen 
ein Ausnahmefall vor, also ein ausnehmend kieselsäurereiches Thomasmehl, so wird beim 
Verfahren II ein höheres und zwar unrichtiges Ergebnis erhalten. Der Ausnahmefall wird 
also mit Sicherheit entdeckt und das betreffende Thomasmehl wird dann nicht nur nach 
dem Verfahren I, sondern auch nach dem Molybdänverfahren oder dem Verfahren 
Naumann (S. 155) oder einem anderen genauen Verfahren untersucht. 
Verfahren III. Diejenigen zitronensauren Thomasmehlausztige, welche nicht normal 
gefärbt sind, vielmehr durch holle Färbung sich bemerklich machen oder auch völlig farblos 
sind, mithin als eisenarme oder eisenfreie Lösungen sich darstellen, werden einem dritten 
Chemiker übergeben, der sie unter Anwendung des Molybdänverfahrens (S. 150) oder des 
Verfahrens von Naumann (S. 155) oder von Wagner und Kunze (S. 155) untersucht. 
Bei Schiedsuntersucbungen, welche die Bestimmung der zitronensäure 
löslichen Phosphorsäure in Thomasmehlen betreffen, ist nach einem Beschlüsse des 
Verbandes landw. Versuchs-Stationen im Deutschen Reiche 8 ) die direkte Fällung 
') Der Rotierapparat nebst Heißluft-Motor kann von Ehrhardt und Metzger in 
Darmstadt oder anderen Mechanikern bezogen werden. Erstere Firma liefert auch passende, 
gleichmäßig hergestellte !/ 2 1-Kolben mit Pfropfen und Blechhülse hierzu. Statt des genannten 
Rotierapparates ist auch der von K. Müller in,Gebrauch, der mit einem Uhrwerk einge 
richtet ist und sich ganz genau auf die Umdrehungszahl einstellen läßt. Dieser Apparat 
kann von der Großuhrenfabrik F. A. Beyer in Hildesheim bezogen werden. 
2 ) P. Wagner, Die Bestimmung der zitronensäurelöslichen Phosphorsäure i n 
Thomasmehlen. Berlin 1903, 105. 
s ) Landw. Versuchs-Stationen 1901, 56, 30; 1902, 57, 7.
	        
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