Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

176  Künstliche  Düngemittel.

von  einer  und  derselben  Fabrik  bezogene  Drahtnetz  weist  Ungleichheiten  auf  oder
verändert  bezw.  verstopft  sich  mit  dem  längeren  Gebrauch,  weshalb  es  öfters  erneuert
werden  soll  —andererseits  sind  die  Differenzen  durch  die  Art  des  Siebens  bedingt;  bei
Maschinenbetrieb  und  vertikaler  Bewegung  findet  man  durchweg  einen  höheren
Gehalt  an  Feinmehl,  als  bei  Handbetrieb  und  horizontaler  Bewegung  des  Siebes.
Differenzen  von  einigen  Prozenten  sind  daher  nicht  auffallend  und  kaum  vermeidbar.
Enthält  ein  Schlackenmehl  gröbere  (hirsekorngroße)  Schlackenstucke,  so  soll
man  diese,  wie  schon  S.  164  No.  8  erwähnt,  durch  ein  2  mm-Sieb  vorher  absieben  und
getrennt  in  Rechnung  bringen.  Mitunter  finden  sich  auch  infolge  eingedrungenen
Wassers  Klümpchen  im  Thomasphosphatmehl,  welche  durch  leichtes  Zerdrücken  oder
durch  anhaltendes  Sieben  zu  Staub  zerfallen.
5.  Nachweis  von  Verfälschungen  des  Thomasphosphatmehles.  Das  Thomasphosphatmehl ­
  ist  mehrfach,  vorwiegend  in  England,  mit  Redonda-Phosphatmehl
und  Präzipitaten  von  Eisen-  und  Tonerde-Phosphaten  verfälscht  worden;  auch  hat
man  den  Versuch  gemacht,  statt  des  Thomasmehles  andere  Mineralphosphate,  so  das
Atlasphosphat,  belgisches  Phosphatmehl  usw.,  in  den  Handel  zu  bringen.
Die  Verschiedenheit  der  chemischen  Zusammensetzung  erhellt  z.  B.  aus  folgenden
Zahlen:

Thomas-Redonda-







phosphat

phosphat

0/
Io

%

°/o

Phosphorsäure
Davon  in  verdünnter  Essigsäure  (1  :  2  Vol.  Wasser)

17,98

41,22

11,62

löslich  ,

8,25

Spur

1,33

Eisenoxyd  und  Tonerde

17,10

28,72

12.80

Kalk

47,58

0,26

17,74

Davon  löslich  in  verdünnter  Essigsäure

37,31

Spur

2,62

Wasser

0,15

23,94

8,99

Spezifisches  Gewicht

3,317

2,481

2,551.

Am  sichersten  zum  Nachweis  dieser  Art  Phosphate  und  auch  der  Präzipitate
kann  dienen:
a)  Der  Wassergehalt.  Thomasphosphatmehl  enthält  nur  Spuren  Wasser,  die
zur  Verfälschung  dienenden  Phosphate  dagegen  enthalten  nicht  unbedeutende  Mengen
Wasser,  welches  größtenteils  schon  bei  105—110°  verflüchtigt  wird.  Zeigt  daher
ein  fragliches  Phosphatmehl  durch  Trocknen  bei  105—110°  mehrere  Prozente
Gewichtsverlust,  so  ist  es  verdächtig  und  einer  weiteren  Prüfung  nach  folgenden
Verfahren  zu  unterwerfen:
b)  Das  spezifische  Gewicht.  Dasselbe  ist  bei  Rcdonda-  und  Atlasphosphat,
ebenso  bei  den  Präzipitaten,  erheblich  geringer  als  bei  dem  Thomasphosphatmehl,
dessen  spezifisches  Gewicht  zwischen  3,00—3,33  zu  liegen  pflegt.
Bringt  man  daher  in  ähnlicher  Weise  wie  bei  der  Bestimmung  des  Hornmehles
  in  Knochenmehl  nach  S.  167,  No.  5  die  fraglichen  Phosphatmehle  in  eine
Flüssigkeit  von  2,6—2,7  spezifischem  Gewicht,  so  findet  eine  Scheidung  statt;  das
Thomasphosphatmehl  setzt  sich  zu  Boden,  während  die  leichteren  Mineralphosphate
und  Präzipitate  sich  an  der  Oberfläche  der  Flüssigkeit  ansammeln;  letztere  können
dann  abfiltriert  und  näher  untersucht  werden.  Wendet  man  eine  bestimmte  Monge
des  fraglichen  Thomasphosphatmehles  an,  sammelt  den  obenauf  schwimmenden  Teil
auf  einem  Filter  und  wägt  ihn  nach  dem  Trocknen  und  schwachen  Glühen,  so  läßt
sich  auch  annähernd  die  Menge  der  Beimengung  bestimmen.
Die  geeignetste  Scheidungsflüssigkeit  für  den  Zweck  ist  nach  M.  Märcker
das  Bromoform,  welches  bei  14,5°  ein  spezifisches  Gewicht  von  2,775  besitzt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.