Bestimmung der stickstoffhaltigen Substanzen.
213
gesäuerten Lösung des phosphorwolframsauren Natriums 1 ) so lange versetzt, als noch
ein Niederschlag entsteht; der Niederschlag wird nach etwa 12-stündigem Stehen
durch ein Filter von bekanntem Stickstoff-Gehalt filtriert, mit verdünnter Schwefel
säure (1 : 3) ausgewaschen, samt Filter noch feucht in einen Kolben gegeben und
darin der Stickstoff-Gehalt nach Kjeldahl ermittelt. Durch Multiplikation des ge
fundenen Stickstoff-Gehaltes mit 6,25 erhält man die Menge des vorhandenen Peptons.
Man kann auch das albuminfreie Filtrat nach dem Ansäuern mit Schwefelsäure
direkt mit phosphorwolfrarasaurem Natrium fällen; man erhält auf diese \\ eise
Albuinosen- -j- Pepton-Stickstoff und nach Abzug des durch Zinksulfat gefällten
Albumosen-Stickstoffs den Pepton-Stickstoff; jedoch ist die vorherige Ausfüllung der
Albumosen vorzuziehen.
Bei der Pepton-Fällung durch Phosphorwolframsäure ist jedoch zu berücksichtigen,
daß hierdurch auch organische Basen und Ammoniak (siehe oben) gefällt werden.
Letzteres läßt sich in einer 2. Fällung durch Destillation des Niederschlages mit
gebrannter Magnesia bestimmen und von dem Gesamt-Stickstoff des Niederschlages
in Abzug bringen. Für die organischen Basen ist aber eine gesonderte Bestimmung
neben den Peptonen nicht möglich. Man prüft hierauf qualitativ, indem man das
Filtrat von dem Zinksulfat-Niederschlage mit überschüssigem Ammoniak bis zur
deutlichen alkalischen Reaktion versetzt, von einem etwa entstehenden Niederschlage
(Phosphate) abfiltriert und zu dem Filtrate eine Lösung von Silbernitrat (etwa
2,5 g in 100 ccm Wasser) hinzufügt. Ein entstehender Niederschlag zeigt or
ganische Basen (Xanthinbasen, vergl. vorstehend S. 212) an. Bleibt ein solcher Nieder
schlag aus, so darf man noch nicht auf Abwesenheit von organischen Basen überhaupt
schließen; weil aber die Xanthinbasen am weitesten im Pflanzen- und Tierreich ver
breitet sind, so deutet das Ausbleiben eines Niederschlages mit Silbernitrat darauf
bin, daß die Menge an organischen Basen nur gering ist; man kann alsdann, wenn
gleichzeitig eine deutliche qualitative Reaktion von Peptonen aufgetreten ist, den
dnrch phosphorwolframsaures Natrium gefällten Stickstoff als vorwiegend Pepton-
Stickstoff annehmen. Konnte dagegen qualitativ kein Pepton nachgewiesen werden,
80 stammt der durch phosphorwolframsaures Natrium gefällte Stickstoff —. nach
Abzug des Ammoniak-Stickstoffs — vorwiegend aus stickstoffhaltigen organischen
Lasen. Richtiger aber bringt man die durch Zinksulfat gefällten Stickstoff-V er-
bindungen als Albumosen-Stickstoff, die durch phosphorwolframsaures Natrium ge
eilten Stickstoff-Verbindungen als „Pepton- + Basen-Stickstoff“ zum Ausdruck.
L Trennung und Bestimmung der nichteiweißartigen Stickstoff-Verbindungen.
Hierbei ist in erster Linie zu beachten, daß man wegen der leichten Zersetzlichkeit dei
Lflanzenauszüge recht rasch arbeiten und das Ausziehen so vornehmen muß, daß sich nicht
crch die Art des Ausziehens Zersetzungserzeugnisse bilden, welche ic igo ni
natt beeinflussen. t ., „ n ,.
. . ö. Kellner hat vorgeschlagen, die Pflanzenstoffe statt mit asser mi ^ w
'grädigem Weingeist unter Zusatz von einigen Tropfen Essigsauie mi au
Johr IV*—iV. Stunden zu kochen, nämlich 10 g fein gepulverte Substanz mit 300 ccm
beses Weingeistes, nach dem Erkalten zu filtrieren, von dem Filtrat einen aliquoten
61 im Wasserbade einzudampfen, mit Wasser aufzunehmen usw.
, Will man mit Wasser ausziehen. so empfiehlt es sich, zunächst (2-mal) 1 Stunde
lan g mit kaltem Wasser (etwa das 10-fache der Substanz) zu behandeln, 1 ) mit Hilfe dei
’) 120 g phosphorsaures Natrium und 200 g wolframsaures Natrium ^ rde £ 111 1 1
Va sse gelögt Zu der j . edegmal erfor d er l ic h e n Lösung setzt man ein halbes F olumeu
wefelsäure (1 Vo'l. konz. Schwefelsäure und 1 Vol. Wasser). .
2 ) Das Asparagin zersetzt sich nämlich schon beim Kochen der wässerigen Losung.