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Futtermittel.
Die Bestimmung der einzelnen Zuckerarten nebeneinander geschieht in der
vorstehenden Weise, die Berechnung z. B. für ein Gemisch von Glukose und
Fruktose durch folgende Formeln:
und hieraus;
worin bedeutet:
nd —D
n = vielfache Menge der Zuokerlösung,
p = reduziertes Kupfer bei Anwendung von wenig (z. B. 15 ccm) Fehlingscher
Lösung und Zuckerlösung,
P = reduziertes Kupfer bei Anwendung von mehr Fehlingscher und mehr Zucker
lösung,
d = Glukosemeuge für p reduziertes Kupfer,
D = Glukosemenge für P reduziertes Kupfer,
1 = Fruktosemonge für p reduziertes Kupfer,
L = Fruktosemenge für P reduziertes Kupfer,
x = gesuchte Menge Glukose,
y = gesuchte Menge Fruktose.
2. Bestimmung der Glukose und Fruktose durch Eeduktion und
Polarisation. Das frühere Verfahren von C. Neubauer wird zweckmäßig durch
das Verfahren von Halenke und Möslinger 1 ) ersetzt. Ein abgemessener Teil
der Zuckerlösung wird mit geeigneten Klärmitteln (Bleiazetat usw.) geklärt und
das Filtrat unter Berücksichtigung der Verdünnung durch das Klärmittel bei 15°
polarisiert. In einem anderen Teil des Filtrats bestimmt man nach Entfernung der
störenden Bestandteile von dem Klärmittel — also bei Anwendung von Bleiazetat
durch Zusatz einer überschüssigen Menge schwefelsauren Natriums (etwa 5 ccm ge
sättigte Lösung auf 20 ccm Zuckerlösung) und nach Zusatz von Alkali bis zur
deutlich alkalischen Reaktion — den Gesamtzucker als Invertzucker nach Meißl
(vergl. S. 230). Da nach den Untersuchungen von Gubbe 2 3 ) und Ost 8 ) der spezifische
Drehungswinkel («d) bei 15° in ungefähr 10°/ 0 -iger Lösung für Glukose = 52,5 °,
für Fruktose = — 95,5° ist, so berechnet sich, wenn für 100 ccm Zuckerlösung:
d = Glukose, 1 = Fruktose, s = Gesamtzucker, («) = Drehungsgrade einschließlich
Vorzeichen bei 15° und im 100 mm-Rohr bedeutet, nach der Gleichung;
(k) = — 0,965 1 -j- 0,525 d
oder, weil d = s
1 =
— 1 und 1 = s-
0,525 s — (a) 4 * * * )
1,48
— d ist,
, , 0,955 s + («)■*) , ,
und d = < -v p oder d = s — 1.
1,48
*) Zeitschr. f. anal. Chemie 1895, 34, 263.
2 ) Berichte d. deutschen chem. Gesellsch. 1884, 17, 2297.
3 ) Ebenda 1891, 24, 1636.
4 ) Wenn (et), wie in den meisten Fällen, negativ ist (Linksdrehung), so wird in der
ersten Gleichung für Berechnung der Fruktose (1) —■ (— «) = -(-«, d. h. man muß zu dem
Produkt 0,525 s die Linksdrehungsgrade hinzuaddieren, in der letzten Gleichung für Be
rechnung von d dagegen von dem Produkt 0,955 s abziehen, weil -(- (— tt) = — a ist.
Ist («) dagegen positiv (Rechtsdrehung), so müssen umgekehrt für die Berechnung
von 1 die Drehungsgrade abgezogen werden, weil — (-]-«) = — « ist, für Berechnung von
d dagegen hinzuaddiert werden.