Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel. 
E. Prior 1 ) hofft durch Anwendung verschiedener Hefen eine Trennung der 
Zuckerarten und Dextrine erreichen zu können; so vergärt: 
a) Saccharomyces Marxianus Saccharose, Glukose und Fruktose, aber keine Maltose. 
h) Saccharomyces octosporus Maltose, Glukose und Fruktose, jedoch keine Saccharose. 
c) Saccharomyces apiculatus Glukose und Fruktose, jedoch keine Saccharose und 
Maltose. 
d) Die meisten Oherhefen, welche Invertase ausscheiden, zerlegen die Melitriose 
in Fruktose und Melihiose, vergären erstere, aber nicht die Melihiose. Die 
Unterhefen dagegen, welche neben Invertase auch Melibiase ausscheiden, 
zerlegen auch die Melihiose in Galaktose und Glukose, vergären also die 
Melitriose vollständig. 
e) Die Unter hefen vom Typus Saaz und Typus F robb erg vergären alle Zucker 
arten, erstere die Dextrine so gut wie gar nicht, letztere gewisse Dextrine 
etwas. 
f) Die Hefe Logos vergärt die dem Zucker nahestehenden Dextrine vollständig, 
andere dagegen nicht. 
Da der Vorschlag bis jetzt noch keine bestimmte Form angenommen hat, sei 
nur auf die Abhandlung verwiesen. 
4, Bestimmung der Stärke. Als „Stärke“ bezeichnen wir diejenigen Kohlen 
hydrate, welche in kaltem Wasser unlöslich sind, aber durch Diastase oder über 
hitzten Wasserdampf löslich gemacht werden und nach der Hydrolyse Fehling sehe 
Lösung reduzieren. Da das Umwandlungserzeugnis der Stärke Glukose ist, wird 
der Eeduktionswert der Zuckerlösung nach Fr. Soxhlet oder Meißl-Allihn er 
mittelt und auf Glukose berechnet, deren Menge mit 0,9 multipliziert die vorhandene 
Stärkemenge ergibt (vergl. auch Tabelle VII am Schluß). 
Dieser Begriff von Stärke ist, wie C. J. Lintner 2 ) hervorhebt, nicht zu 
treffend, weil je nach der Art des Bestimmungsverfahrens (oh durch Diastase, 
kürzeres oder längeres Dämpfen mit und ohne Zusatz von Säure usw.) Differenzen 
bis zu 6 °/ 0 erhalten werden; wenn man aber in den Stärkeaufschließungen 
die Pentosane bestimmt und diese von den gefundenen Mengen Stärke 
abzieht, sollen die Werte noch nicht um 1 °/ 0 abweichen (vergl. S. 231). 
Ohne Berücksichtigung dieses Umstandes erhält man daher nach keinem der 
Untersuchungsverfahren den wahren Stärkegehalt, sondern nur mehr oder weniger 
den Stärkewert. Dieses trifft am meisten die Verfahren, bei welchen die Substanz 
direkt mit unorganischen Säuren gekocht und in der Lösung der gebildete Zucker 
bestimmt wird. 3 ) In solchem Falle kann man nur von „in Zucker überführharen 
Stoffen“, nicht aber von Stärke sprechen. Aus dem Grunde muß bei Mit 
teilung von Stärkegehaltszahlen das Bestimmungs-Verfahren immer 
angegeben werden. 
Für technische wie wissenschaftliche Zwecke sind folgende Verfahren am 
meisten in Gebrauch: 
x ) Zeitsohr. f. Untersuchung d. Nahrungs- und Genußmittel 1903, 6, 916. 
'■b Zeitschr. f. angew. Chemie 1898, 725. 
3 ) Nach einem solchen Verfahren (von Liebermann, vergl. Saare, Fabrikation der 
Kartoffelstärke, Berlin 1897, 491) werden z. B. 10 g fein gepulverte Substanz mit 200 ccm 
Wasser und 15 ccm Salzsäure 2'/a Stunden im Wasserbade erhitzt, annähernd mit Natron 
lauge neutralisiert, auf 1000 ccm aufgefüllt und in 25 ccm die Glukose mit Fehl in gscher 
Lösung bestimmt.
	        
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