Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Melasse  und  Melassemischfutter.

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IV.  Melasse  und  Melassemischfutter.
Die  Melasse  und  Melassemischfutter  haben  in  den  letzten  Jahren  nach  Einführung ­
  der  neuen  Zuckerfahrikationssteuer,  wonach  auch  der  aus  Melasse  gewonnene
Zucker  versteuert  werden  muß.  was  früher  nicht  der  Fall  war,  eine  stetig  wachsende
Verwendung  zur  Fütterung  erfahren.
Bei  der  Melasse  unterscheidet  man  die  gewöhnliche,  bei  der  Gewinnung  des
Rohzuckers  abfallende  Melasse,  die  Raffinerie-Melasse  und  die  Restle ­
  lasse  (von  der  Verarbeitung  der  ersten  Melasse  auf  Zucker  mittels  des  Strontianverfahrens
  usw.).  Letztere  Melasse  wird  aber  kaum  mehr  gewonnen  und  die  ersten
’ßtden  Sorten  haben  im  Durchschnitt  eine  nahezu  gleiche  chemische  Zusammensetzung.
Da  die  Yerfütterung  der  Melasse  selbst  wegen  ihrer  klebrigen  Beschaffenheit
p Ub  Schwierigkeiten  verbunden  ist,  vermischt  man  sie  für  den  Handel  mit  trocknen
uttermitteln  (oder  auch  Torfstreu),  die  als  „Melasseträger“  dienen.
Als  Melasseträger  werden  angewendet:  getrocknete  Rübenschnitzel,  gerechnete ­
  Biertreber,  getrocknete  Kartoffelpülpe,  Weizenkleie,  Erdnußkleie,  Mais-(
 '  ‘'"Kuchenmehl,  Palmkernmehl,  Torfstreu  u.  a.,  und  zwar  entweder  für  sich  allein
1  1111  Gemisch  miteinander;  andere  Sorten  sollen  einen  Zusatz  von  Blut  erhalten
( .  Werden  Blut-Melasse  genannt.  Mit  Milch-Melasse  bezeichnet  man  ver-_
  le dene  Mischungen,  welche  aber  nur  zum  Teil  Milch  als  Zusatz  enthalten;  in
Ri  - n  füllen  sind  darin  sehr  minderwertige  Melasseträger  wie  Reisspelzen,  Erdoiehj
  16  ® e ^ un d en >  i n  einem  anderen  Falle  fanden  wir  Palmkernmehl  und  etwas  Erdnuß-_
  1 '  h>as  Verhältnis  von  Melasse  zu  den  Melasseträgern  ist  großen  Schwankungen
gani erwor ^ en )  nämlich  auf  50—70  °/ 0  Melasse  50—30  °/ 0  Melasseträger.  Die  Zudas
  M enSetzun g  dieser  Art  Futtermittel  erhellt  aus  folgenden  Zahlen,  welche  durchweg
Mittel  von  vielen  Untersuchungen  bilden: 1 )
Bezeichnung:
Jucker-Melasse  .  .
«afflnerie-Melasse.
T^^^fdmitzetMelasse
MaS ntreber -Melasse
W P i kei ®-Mel a88e .  ,
MaT a l e  ieie ‘ Mela6se  ■
Paln1 eim4Iela88 e  ■
^'ch-Melasse  (sog.)  [
fast  zu  berücksichtigen
aus  Beta SChUeßlich  aus  Amh
st ehen  ^anthinkörpern

Wasser
22,50  o/o
22,50  „

Stickstoff-Substanz

(N  X  6,25)
10,25  o/ 0
11,10  „

Fett
(Ätherauszug)


Saccharose ­

51,45  o/ 0
50,80  „

Sonstige
stickstofffreie ­

Extraktstoffe ­

8,70  o/ 0
8,30  „

Rohfaser

Asche
7,10  o/ 0
7,30  „

14,26  °/ n

9,30  °/ 0

0.65  o/ 0

22,65  o/ 0

35,50  o/„

11,80  o/o

5,85  %

16,70  „

15,85  „

2,55  „

28,30  „

19,60  ,.

12,90  „

5.10  „

19,08  „

13,52  „

0.42  „

34,66  „

19,70  „

4,79  „

7,84  ,.

22,90  „

12,70  „

1,10  „

27,80  „

24,90  „

4.00  „

6,60  „

18,30  „

15,30  „

3,60  „

30,60  „

22,60  „

3,80  „

5,90  „

20,00  „

11,15  „

1,80  „

31,80  „

23,10  „

4,80  „

7,35  „

24,22  „

8,37  „

0,66  „

35,14  „

19,08  „

5,71  „

6,92  „

14,50  „

18,75  „

1,90  „

19.87  „

18,68  „

18,35  „

8.55  ,.

20,13

21,04  „

2,21  „

20,40  „

19,25  „

7,86  „

8,11  ,.

daß  die  Stickstoff-Verbindungen  der  Melasse
Amiden  (Asparagin,  Glutaminsäure,  Leucin,  Tyrosin),  ferner
n  tv  -*pern  usw.  und  nur  zu  etwa  5  °/ 0  aus  wirklichem  Protein  bobezw
 -  -Snell5v aSSeträger  wie  Torfmull,  Erdnußschalenkleie  und  Getreideschalen
die  Ausn  tr Zen  besi t z en  nicht  nur  keinen  Futterwert,  sondern  beeinträchtigen  sogar
ühschfntt' 1 .  l ^ es  sons tig , en  Futters.  Es  sollte  daher  die  Bezeichnung  der  Melasseß
 er T mi : ttel  den  vorhandenen  Melasseträger  zum  Ausdruck  bringen.
Verbände"  f  1C  1  ^ er  Untersuchung  und  der  Gehaltsgrenzen  gelten  besondere,  von  dem
_____—tscher  landw.  Versuchs-Stationen  getroffene  Vereinbarungen.
ei &k  hierzu:  M.  Schmoeger,  Landw.  Versuchs-Stationen  1904,  59,  83.
            
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