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Futtermittel.
daß man die Schweine bis etwa zwei Stunden vor dem Schlachten mit Gerstenschrot
füttert, den mit Speichel und Magensaft durchtränkten Speisehrei sammelt, hei 40° mit
Blut vermischt, nach Peptonisierung behufs Auflockerung mit Heuhäcksel versetzt,
das Ganze zwei Stunden kocht, trocknet und mahlt. Die Versuchs-Station
Halle a. S. fand für ein solches Erzeugnis:
Stickstoff- „ , Stickstofffreie „ , ,, . ,
Wa8ser Substanz Fett Extraktstoffe Kohfaser Asche
13,7 % 51,9 o/ 0 0,9 o/ 0 17,3 «/„ 7,0 % 9,2 o/ 0 .
Das vorstehende Verfahren ist dann von E. Plönnis 1 ) dahin ahgeändert,
daß das verwendete Blut erst mit direktem Dampf von 6—8 Atm. gekocht, das aus
geschiedene Protein-Gerinnsel mit dem Inhalt der Schweinemägen und mit getrocknetem
Panseninhalt der Einder gemischt, das Ganze erhitzt und schließlich getrocknet
wird; diese Masse wird angeblich nochmals mit getrocknetem Pansen- bezw. Blätter-
raageninhalt versetzt und dem staubfein gemahlenen Pulver Melasse als Bindemittel
zugesetzt. Nach den Untersuchungen von B. Schulze 2 ) zeigte dieses Peptonfutter
anfänglich große Schwankungen, z. B. 16,5—22,1 °/ 0 Wasser, 13,0—24,4 °/ 0 Stick
stoff-Substanz in festem Stoff, 4,3—5,9 °/ 0 Melasse-Stickstoff-Suhstanz, 19,9—27,7 °/ 0
Zucker usw. In letzter Zeit scheint das Peptonfutter eine gleichmäßigere Be
schaffenheit angenommen zu haben, indem es durchschnittlich ergab: 8 ) 23,8°/ 0
Eohprotein, 18,3 % Eeinprotein, 1,0 °/ 0 Fett, 30,8 °/ 0 Zucker, 43,0 °/ 0 sonstige stick
stofffreie Extraktstoffe.
Auch lauten die Berichte über Fütterungsversuche mit dem Peptonfutter
allgemein sehr günstig. Das rechtfertigt aber immer noch nicht seine Anwendung;
denn diese hängt, abgesehen davon, daß das Peptonfutter leicht schädliche Stoffe
bezw. Keime enthalten kann, von seinem Preise ab und dieser muß infolge der
Herstellungsunkosten für gewöhnliche Fütterungszwecke stets zu teuer werden. 4 )
Auch muß die Zusammensetzung dem Namen entsprechen, d. h. es muß als Pepton
futter auch wirklich Pepton enthalten; letzteres konnten aber B. Schulze wie auch
wir in einigen Proben nicht oder nur in geringer Menge nachweisen.
Zur Bestimmung der Albumosen bezw. Peptone werden 10 g oder mehr
einige Zeit in einem 1 / 2 1-Kolben mit Wasser unter öfterem Umschütteln behandelt,
dann wird mit Wasser bis zur Marke aufgefüllt, durchgemischt und durch ein
trocknes Filter filtriert; von dem Filtrat werden 100 ccm einige Zeit gekocht und,
wenn eine Ausscheidung von Albumin — dieses wird für sich bestimmt —• statt
findet, filtriert; das Filtrat nebst Waschwasser wird auf ein kleines Volumen
(40—50 ccm) eingedampft und nach S. 212 auf Albumosen und Peptone untersucht.
VI. Wurzelgewächse, Kartoffeln und Rüben usw.
1. Probenahme. Um eine gute Durchschnittsprobe von größeren Haufen zu
erhalten, wählt man gute Mittelexemplare der größten, mittleren und kleineren
Knollen oder Eüben der Menge nach in dem Verhältnis aus, in welchem die ver
schiedenen Größen vorhanden sind, und zwar von kleineren Wurzelgewächsen 20—30,
von größeren 9—12 Exemplare; diese werden von den Köpfen, den anhängenden
Wurzelfasern und anhaftender Erde durch Ahspülen sorgfältig gereinigt, mit einem
Tuch von anhaftendem Wasser befreit und einige Stunden an der Luft liegen gelassen.
') Illustrierte Landw. Zeitung 1902, No. 28.
2 ) Mitteilungen d. D. Landwirtschafts-Gesellschaft 1902, Stück 13.
8 ) Ebenda 1904, Stück 2.
4 ) Vergl. J. Hansen, Deutsche Landw. Presse 1902, 49.