Körner und Mehle der Getreidearten und Hülsenfrüchte.
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schräg haltend, einige Minuten unter Wasser taucht, Ws keine Luftblasen mehr
aufsteigen. Das Verfahren heißt „Pekarisieren“ (nach dem Erfinder Pekar).
b) Beurteilung nach dem Aschengehalt. Wenn die Beurteilung des
Hehles nach der Farbe durch Vergleichung mit den Mehltypen zweifelhaft bleibt,
s o soll zur Beurteilung auch der Aschengehalt mit herangezogen werden. Je
geringwertiger ein Mehl ist, je mehr Kleie es enthält, desto höher ist der Aschen
gehalt; es sind daher auch für letzteren Grenzwerte festgestellt, nämlich:
in der lufttrocknen in der Trocken
substanz Substanz
Höchstgehalt für Weizen-Exportmehl . . . 2,22% 2,50%
„ „ Koggen- „ ... 1,73 „ 1,92 „
Niedrigstgehalt „ Einfuhr-Kleie aller Art . . 3,70 „ 4,10 „
Zur Bestimmung der Äsche werden 2 g angewendet und unter Benutzung der
.195 angegebenen Hilfsmittel und einer kleinen Flamme so verascht, daß die Asche
rem weiß ist und nicht zusammensintert.
Da der Weizen eine dickere, holzigere Schale hat als der Roggen, so enthält
grobes Weizenmehl mehr Asche als grobes Roggenmehl.
c)Die Siebprobe. Falls durch Vermischen von gutem und geringem
oggenmehl und grobes Mahlen mehr als 70 °/ 0 Ausbeute erzielt worden sein sollten,
. e daß gegen die Typen verstoßen worden ist, so kann man dieses durch Er
mittelung des Kleiengehaltes feststellen, indem beim Sieben durch Müllergaze No. 7
61 solchen Mehlen bis 20 °/ 0 Kleie und Gries auf dem Siebe bleiben, während von
er Type kaum 5 °/ 0 Rückstand sich ergeben.
j Nach der Verordnung vom 1. Januar 1898 für Getreidemühlen und Mälzereien
als gebeuteltes Weizenmehl nur das anzusehen, welches höchstens 7 °/ 0 Rück-
ß d, als gebeuteltes Roggenmehl das, welches höchstens 3 °/ 0 Rückstand hinterläßt,
mi dieses festzustellen, werden je 50 g Mehl 2-mal 3 Minuten mit einem Siebe
licht ' we ^ c ^ es durch Überspannen eines rechteckigen Holzrahmens von 22 cm
p-a j. 6 , 1 Hänge, 15 cm lichter Breite und 5 cm Höhe mit Müllergaze No. 8 1 ) her-
gestellt ist.
dar" ® es Dmm«ng des Alkaloi'dgehaltes der Lupinen, bezw. des giftigen Stoffes
Die Lupinenkörner können 0,1 bis zu 1,0 °/ 0 Alkaloide enthalten, denen
dah' Ue Giftigkeit der Körner bezw. des Lupinenheus zugeschrieben hat. Man ist
Destin SC ^° n se4b l all g em bestrebt, diese näher zu kennzeichnen und quantitativ zu
. Übergebung der älteren Verfahren (von Eichhorn, Beyer, Siewert)
mmgej 1 ^ 16r Verfahren von G. Liebscher, 2 ) M. Hagen, 8 ) G. Baumert 4 ) kurz
Lite- 0Utet und bezüglich eingehenderer Untersuchung und der einschlägigen
‘ p lr au f die angeführten Quellen verwiesen werden.
(ttieh lernac h wird eine nicht zu geringe Menge gemahlener Lupinenkörner
gez(,«. (1< bis etwa 1000 g) mit salzsäurehaltigem Alkohol wiederholt aus-
ürul b6 ^’ < * er Alkohol verdunstet, der Rückstand mit Kalihydrat alkalisch gemacht
Stoffe' 111 Hetroleumäther ausgeschüttelt. Da letzterer Auszug noch immer Farb-
Seschtitt ri<1 ^ ette en tLält, so wird er mit salzsäurehaltigem Wasser durch-
gehohep 6 ^’- We * cbes die Alkaloide wieder aufnimmt; der Petroleumäther wird ab-
—. n > die wässerige salzsaure Lösung der Alkaloide abermals mit Soda und
) Eu beziehen von Gebr. Stallmann in Dortmund.
■2 Huhn, Berichte aus d. landw. Institut d. Universität Halle 1880, Heft 2, 53.
4 ~ benda 1886, Heft 6, 46.
) 4/andw. Versuchs-Stationen 1882, 27, 15 und 1884, 80, 295.