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Futtermittel.
gleich in vielen Fällen die chemische Zusammensetzung durch die Beimengung keine
wesentliche Änderung erleidet, so wird doch in anderen Fällen durch die gleichzeitige
Berücksichtigung des mikroskopischen und chemischen Befundes der
Beweis der Verfälschung bezw. der Verunreinigung erst ein sicherer (vergl. S. 283).
Jedenfalls ist bei Beurteilung der Reinheit oder Unreinheit bezw. der Verfälschung
aus den angegebenen Gründen mit Umsicht zu verfahren; es dürfte auch
hier der Grundsatz im allgemeinen Geltung haben, daß es besser ist, daß ein
Schuldiger unbestraft ausgeht, als daß ein Unschuldiger einer ungerechten Verdächtigung
oder Bestrafung ausgesetzt wird. Ist aber eine absichtliche Verunreinigung
oder Verfälschung mit Bestimmtheit erwiesen, so ist um so rücksichtsloser
vorzugehen, als für manche Ungehörigkeiten auf dem Futtermittelmarkte bis
jetzt kein solcher Rechtsschutz vorhanden ist, wie für den Verkehr mit menschlichen
Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen.
I. Die Getreidearten und ähnliche stärkereiche Futtermittel.
Die Körner der Getreidearten sind Früchte, welche mit ihrer Samenschale an
die Fruchtschale eng angewachsen sind. Das ganze Korn besteht aus der Schale,
der Kleberschicht, dem Mehlkörper und dem Keimling.
Die Schale läßt sich unterscheiden in die Fruchtschale und die Samenschale,
welche beide zusammen mit anhaftenden Teilen der Kleberschicht und des
Mehlkörpers die Kleie liefern.
Die Fruchtschale gliedert sich weiter in die Oberhaut oder Epidermis, die
Querzellenschicht und die Schlauchzellenschicht.
Die Samenhaut wird gebildet aus der sogenannten braunen Schicht und der
hyalinen Schicht.
Bei der Gerste, dem Hafer und dem Reis sind mit der äußeren Fruchtschale
noch eng verwachsen die Spelzen, welche durch das Dreschen nicht
entfernt werden, während sie bei Roggen und Weizen als Spreu abgeschieden werden.
Obgleich die Früchte unserer Getreidearten im allgemeinen einen ähnlichen
oder fast gleichen Bau besitzen, so zeigen sie doch in ihren einzelnen Schichten
kleine Unterschiede in der Form und Größe ihrer Zellen, so daß man bei aufmerksamer
Beobachtung mittels des Mikroskops wohl imstande ist, die Mehle und Kleien
voneinander zu unterscheiden oder auch Zusätze geringwertiger Mehle zu erkennen.
Früher betrachtete man die Stärke als das hauptsächlichste Unterscheidungsmittel
der Getreidearten. Sie ist auch in manchen Fällen in der Form so verschieden,,
daß hiernach eine Unterscheidung möglich ist. Bei weniger unterschiedlichen Formen
kann die Größe der Stärkekörner mit entscheidend sein.
Der Durchmesser der Stärke der wichtigsten Getreidearten usw. beträgt z. B--Gewöhnliches
Vorkommen Mittel
mm mm
Eoggenstärke .
Weizenstärke
Qerstenstärke .
Haferstärke . .
Reisstärke . .
Maisstärke . .
Erbsenstärke. .
Bohnenstärke
Linsenstärke . .
Sagostärke . .
Arrowrootstärke
Kartoffelstärke .
0,0369—0,0528
0,0283 —0,0400
—
0,0200—0,0263
—
—
0,0044
0,0066
—
0,0200
0,050 —0,057
—
0,033 —0,063
—
0,033 —0.067
—
0,065 —0,070
—
0,010 —0,100
—
0,060 —0,185
0,140