Mikroskopische Untersuchung, Weizen.
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Die Eoggenstärkekörner sind bei der Temperatur von 62.5 0 fast sämtlich
aulgequollen, die meisten schon geplatzt und alle haben ihre Form, die ursprünglich
linsenförmig war, zum Teil ins Unkenntliche verändert; nur einzelne sind noch
ziemlich unverändert geblieben.
wärmt. Nach C. Böhmer.
Fig. 54. Welzen- Mehl bis 62.5 0
erwärmt. Nach C. Böhmer.
Die Weizenstärkekörner sind dagegen zum größten Teil noch fast ganz un
verändert, höchstens etwas blasser oder etwas gequollen, nie ganz geplatzt; sie sind
noch so stark lichtbrechend wie normale Stärkekörner und zeigen deshalb unter
dem Mikroskop sehr scharfe
schwarze Ränder, während die
Eoggenstärkekörner, selbst wenn
sie ihre kreisrunde linsenförmige
Gestalt noch behalten haben, meist
v °n hellen Umrißlinien begrenzt
sind. Im allgemeinen bietet reines,
au f 62,5° mit Wasser erwärmtes
Eoggenmehl unter dem Mikroskop
also ein Bild von aufgesprungenen,
halb
verkleisterten, sackartigen
Stärkekörnern, Weizenmehl dagegen
von runden, meist wohlerhaltenen
Körnern. (Yergl. Fig. 53 und
Kig. 54.)
5. Zur Bestimmung von ge
ringwertigen Mehlen in Wei
zenmehl verfährt Gr. Volpino 1 )
w ie folgt; „30 g Mehl werden mit
Möglichst wenig Wasser zu einem
Teig angemacht, der Kleber unter
dem Wasserstrahl ausgewaschen
'W ÄÄ Hände
Sodann bringt man die angesammelte Flüssigkeit auf ein . u ^ Flügsigkeit
etwa den Händen entgangenen Kleberstückchen au ge angen ", filtriert
Wird durch ein Asbestwollsäckchen mit Hilfe einer Wasserstrahlluftpumpe
’) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1903,
Fig. 55. Weizen. Schale usw. 1 Längszellen, q Quer-
zellen, s Schlauchzellen, f Farbstoffschicht (Samenschale),
k Kleberschicht, h Haare, st Stärkekörner, st' Stärkekörner
aus ausgewachsenem Weizen (nach L. Wittmack).