Mikroskopische Untersuchung. Mais.
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das Korn nur in wenige Teile zu zerreißen, mit Wasser zu benetzen und mit ge
spanntem Wasserdampf einer Temperatur von 105—110° auszusetzen, so daß sich
Schale und Keim besser von dem Mehlkörper loslösen; letzterer, der teilweise ver
kleistert ist, wird dann zu Nudeln geformt und gemahlen.
Eine weitgehende Verarbeitung findet der Mais zur Stärke-Bereitung.
Hierbei wird das Maiskorn entweder von der breiten nach der spitzen Seite
zu gespalten, um dadurch den Keim abzutrennen und das entkeimte Korn durch
Einweichen in verdünnter Natronlauge auf Stärke zu verarbeiten, oder man weicht
das Korn etwa 60 Stunden mit 60° warmem Wasser ein, welches %—Vs/Vo
Schweflige Säure enthält, quetscht das Korn, wobei Schale und Keim nicht mit zer
kleinert werden; beim Aufschlämmen des Kornbreies sinkt die Stärke als am spezifisch
schwersten nach unten, die Schalen sammeln sich oben an, darauf folgen die Keime;
auf diese Weise können die Kornteile mechanisch voneinander getrennt werden.
Man erhält so eine Reihe Abfälle, die zum
großen Teil sehr als Futtermittel geschätzt
sind, nämlich; die Maistreber oder Mais
kleie (die beim Alkali-Verfahren abgesiebten
Maishülsen), den Keim, der bis 45 °/ 0 öl ent
hält, hierauf verarbeitet wird und die Mais-
keimkuchen (mit 26—28% Protein und
7-—10% Fett)hinterläßt, Gluten-Peed(Gluten
mit viel Schalen, 24—28 % Protein, 2—4 %
Fett, 7—10% Rohfaser) und Gluten-Meal
(Hinten mit wenig Schalen, 34—39 % Protein,
2—4 % Fett, 2—4% Rohfaser) und weiter
has Gluten selbst. Man wäscht die Stärke-
irsilcb entweder mit Natronlauge enthaltendem
°der nach dem Säure-Verfahren mit Schweflige
Säure enthaltendem Wasser aus und fällt das
Hluten mit Säure bezw. Alkali. Das Gluten
"’ird entweder für sich verwendet oder aber
hem Schalenabfall zugesetzt.
Bei der Verwendung des Maises zur
^ier- oder Branntwein-Bereitung werden
ähnliche Abfälle wie bei der Verwendung anderer
<,( -'treidearten gewonnen; nur sind diese Abfälle,
Welche zum Teil oder ganz den protein- und
^reichen Keim bezw. die Aleuronschicht mit
^schließen, verhältnismäßig protein- und fettreicher als die Abfälle von
s onstigen Getreidearten.
Als Verunreinigungen des Maises und seiner Erzeugnisse kommen in Be
dacht der Mais- oder Beulenbrand (Ustilago Maydis), recht häufig Schimmel,
besonders wenn die Körner längere Zeit in dem Kolben belassen werden; dem Vor
kommen von Schimmel schreibt man in Italien und den Ländern an der unteren
°nau das Auftreten der Pellagra beim Menschen, einer schleichenden Hautkrankheit,
??•. h» e r Körnermais des Handels besteht aus unreifen, am Scheitel und am
. eim Hng geschrumpften Körnern; in den Mahlerzeugnissen sind Steinnuß,
ln her Maisschlempe der Brennereien bis 12% Calciumkarbonat —• herrührend von
einer Säure-Abstumpfung — beobachtet worden. Das Vorkommen von Hülsen und
‘ chalen der Gerste in diesen und den Abfällen der Maisbierbrauereien rührt von der
Fig. 79. Mais. Epidermis der oberen
Hüllspelze in der Flächenansicht. (Vergr*
300.) Nach Win ton.