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Futtermittel.
Die Preßrückstände der Kerne der Sonnenblume sind meistens sehr dicht und
daher sehr haltbar. Sie geben mit kochendem Wasser eine schleimige ölige Masse,
welche die diätetische Wirkung des Leinsamenschleimes besitzen soll; nachDammann
sollen sie mitunter Opium-ähnliche Alkaloide enthalten, welche betäubend wirken.
Der Futterwert der Sonnenblumenkernkuchen hängt wesentlich von ihrem Gehalt
an Schalen ab, denn diese beeinträchtigen wegen ihrer holzigen Beschaffenheit
die Ausnutzung und wegen ihres Gerbstoffgehaltes die Schmackhaftigkeit.
Den Gehalt an Schalen kann man aus dem Gehalt an Eohfaser ermessen;
£Fig. 119. Sonnenblumenkerne. (Vergr. 200.) Nach C. Böhmer.
Querschnitt. 1 Epidermis, a Haare derselben bei b gepaart, 2 subepidermale Parenchymschicht,
3 Sklerenchymbündel, 3' Markstrahlen ähnliches Gewebe, c pechartiger Farbstoff, 4 dünnwandiges
Parenchym, d Gefäßbündel.
letzterer soll nur 10—15°/ 0 betragen. Eigentliche Verfälschungen sind bei diesen
Ölkuchen kaum beobachtet; als zufällig beigemengte fremde Samen werden genannt:
Eaps, Eübsen, Senfarten und Leinsamen mit seinen Begleitern.
Die Zellstruktur der Sonnenblumensamen ähnelt sehr derjenigen der Madiaund
Nigersamen. Die Fruohtschale der Sonnenblumenkerne erkennt man an der
farbigen, mit zahlreichen einzelligen, gewöhnlich zu Paaren nebeneinanderstehenden
Haaren besetzten Epidermis. Im porösen Parenchym (2) befindet sich ein pechartiger
Farbstoff, durch welchen in der Flächenansicht die Sklerenchymbündel
schildpattähnlich hervorleuchten. Im Innenparenchym lagern Bast- und Holzzellen
sowie Spiralgefässe führende Gefäßbündel.