Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische  Untersuchung.  Candlenuß.  Nigersamen.  359

Als  Verunreinigungen  kommen  nicht  selten  Unkrautsamen  aller  Art
und  Sand  (0,5—1,5  °/ 0  und  mehr),  auch  kommen  Mischkuchen  im  Handel  vor,
bestehend  aus  Mischungen  von  Hanf-,  Dotter-,  Raps-,  Senf-  und  Sonnenhlumensamen.
Für  die  mikroskopische  Untersuchung  der  Hanfsamenrückstände  ist  zu
berücksichtigen,  daß  die  graubraune,  netzadrige  Fruchtschale  in  den  Rückständen
verbleibt  und  in  den  Zellschichten  1,  2,  3  und  4  kennzeichnende  Merkmale  besitzt.
Die  Oberhaut  besteht  aus  gebuchtet  sternförmigen,  mehr  oder  weniger  stark  verdickten, ­
  farblosen,  hornartig  erhärteten  Zellen,  die  von  zahlreichen  feinen  Poren
durchsetzt  sind  und  mit  ihren  Ausbuchtungen  polypenartig  ineinandergreifen.  Auf
ihrer  Unterseite  liegen  in  einem  chlorophyllhaltigen  Parenchym  zahlreiche  Spiralgefäßbündel, ­
  welche  die  feine,  mit  bloßem  Auge  bemerkbare  Äderung  der  Schale
bewirken  (Fig.  121).  Die  Palissaden  (3)  sind  im  Querschnitt  knotig  verdickt,  zeigen
deutliche  Schichtung  und  erscheinen  in  der  Oberflächenansicht  nach  genügender
Mazeration  sternförmig  mit  kreisrundem  Lumen;  ihre  zahnförmigen  Ausbuchtungen
greifen  kammradartig  ineinander.  Ganz  ähnliche  Zellen  besitzen  gewisse  Knötericharten ­
  und  andere  Samen;  man  muß  deshalb  zur  Diagnose  auch  die  chlorophyllhaltigen,
  porösen  Zellen  (4)  des  Samenhäutchens  zu  Rate  ziehen,  welche  in  der
Flächenansicht  reihenweise  nebeneinander  liegen  und  zahnförmig  begrenzt  sind.
Der  unter  dem  Samenhäutchen  liegende  weiße,  aus  zwei  großen  Samenlappen  nebst
Würzelehen  und  Knöspchen  bestehende  Kern  ist  stärkefrei.

Candlenuß,  Aleurites  triloba  Forst,
(Siehe  Fig.  123,  S.  360.)
Die  Rückstände  der  Candlenuß  oder  Bankulnuß,  der  fleischigen  Kapselfrucht
v ° n  Aleurites  triloba  F.,  welche  kalt  (zu  Speiseöl)  oder  warm  (zu  Brennöl  usw.)  gepreßt
^yd,  kommen  bei  uns  nur  vereinzelt  im  Handel  vor.  Da  das  öl  purgierende
irkungen  besitzt,  so  ist  von  den  Preßrückständen  vielleicht  das  gleiche  anzunehmen. ­


darin

Candlenußrückstände  werden  aus  geschälten  Nüssen  hergestellt,  jedoch  pflegen

wie  in  den  Palmkern-  und  Kokosnußkuchen  auch  Reste  der  den  Kern  um-I
  enden  Steinschale  vorzukommen.  Dieselbe  ist  etwa  3—4-mal  dicker  als  die
c  unter  liegenden  Schichten  und  besteht  aus  steinharten,  schmalen,  radial  gestellten
ssaden  mit  leistenförmigen  Verdickungen.  In  dem  Parenchym  der  Samenschale
en  sich  die  großen,  netzförmig  durchbohrten  Kugelzellen  mit  Drusen  von  Calciumuml
  T  ' lervor '  Zwischen  ihnen  und  den  polyedrischen,  mit  Proteinkörnern,  Fett
Kristalloiden  gefüllten  Zellen  (4)  liegt  ein  zusammengeprefltes,  Gefäßbündel
führendes  Parenchym.
Mgcrsamen,  Guizotia  oleifera  I.
Die  Preßrückstände  des  Niger-  oder  Ramtillasamens  gleichen  äußerlich  alten
besit"  °^ er  ^ksenkuchen,  mit  denen  sie  auch  gleiche  chemische  Zusammensetzung
1'eil  Zei |  Z |* r  Unterscheidung  können  jedoch  die  lamellenartigen,  violett-schwarzen
Nig C  ® amensc bale  dienen,  welche  auch  in  den  Preßkuchen  auffallen.  Die
neben  werden  bei  uns  bis  jetzt  nur  vereinzelt  zur  Verfütterung  verwendet,
nur  Ä f ieZell s c bichten  des  Nigersamens  besitzen  unter  den  gebräuchlichen  Sämereien
eigp  .  .  mit  denen  der  Madie-  und  Sonnenblumensamen.  Dem  Nigersamen
stre  1  IUilc ^  ^d  die  haarlosen,  tangential  in  der  Längsrichtung  desselben  ge-•
 vve i c h e en ’.  '"ü  violettrotem  oder  rötlich-gelbem  Farbstoff  gefüllten  Epidermiszellen,
6  Slca  s °barf  von  den  gleichartigen  porösen  Zellen  der  Madiefruchtschale
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.