Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Phytosterin-Probe  und  Phytosterinaoetafr-Probe.

535

bade  geschmolzen  und  mit  200  ccm  alkoholischer  Kalilauge  (200  g  Kalihydrat  +11
Alkohol  von  70°  Tr.) 1 )  auf  dem  kochenden  Wasserbade  am  Eückflußkühler  (als
solcher  kann  ein  etwa  3 / 4  m  langes,  hinreichend  weites,  mit  angefeuchtetem
Filtrierpapier  umlegtes  Glasrohr  dienen)  verseift,  wobei  man  anfangs  häufig  und
kräftig  umschüttelt,  bis  der  Kolbeninhalt  beim  Schütteln  klar  geworden  ist,  und
dann  noch  1 / 2 —1  Stunde  unter  zeitweiligem  Umschütteln  die  Seife  auf  dem  Wasserbade ­
  erwärmt.  Darauf  gibt  man  die  noch  warme  Seifenlösung  in  einen  Schütteltrichter ­
  von  etwa  2  1  Inhalt,  in  den  man  vorher  300  ccm  Wasser  gegeben  hat,
und  spült  die  im  Kolben  verbliebenen  Seifenreste  mit  weiteren  300  ccm  W T asser
in  den  Schütteltrichter.
Nachdem  die  Seifenlösung  hinreichend  abgekühlt  ist,  setzt  man  800  ccm
Äther  hinzu  und  schüttelt  den  Inhalt  etwa  x /,—1  Minute  kräftig  durch.  In  einigen
Minuten  setzt  sich  die  Ätherlösung  vollständig  klar  ab.  Man  trennt  sie  in  der
üblichen  Weise  von  der  Seife,  filtriert  sie,  um  etwa  vorhandene  geringe  Mengen  der
Seifenlösung  zu  entfernen,  in  einen  geräumigen  Erlenmeyer-Kolben  und  destilliert
den  Äther  nach  Zusatz  von  1—2  Bimstein  Stückchen  ab.  Die  Seifenlösung  schüttelt
man  noch  2-  oder  3-mal  in  derselben  Weise  mit  400  ccm  Äther  aus,  gibt  die  Ätherlösung ­
  jedesmal  zu  dem  Destillationsrückstande  der  vorhergehenden  Ausschüttelung
und  destilliert  die  Auszüge  in  derselben  Weise  ab.  Nach  dem  Abdestillieren  des
Äthers 2 )  bleiben  in  dem  Kolben  in  der  Kegel  geringe  Mengen  Alkohol  zurück.  Man
entfernt  dieselben  durch  Eintauchen  des  Kolbens  in  das  kochende  Wasserbad  unter  Einblasen ­
  von  Luft  und  verseift  den  vorwiegend  aus  Cholesterin  (bezw.  Phytosterin)  und  der
durch  den  Äther  gelösten  Seife  bestehenden  Rückstand  zur  Entfernung  etwa  noch
vorhandener  geringer  Mengen  unverseiften  Fettes  nochmals  mit  10  ccm  obiger
Kalilauge  etwa  5—10  Minuten  im  Wasserbade  am  Eückflußkühler  (wie  oben  angegeben). ­
  Den  Inhalt  des  Kolbens  führt  man  alsdann  sofort  in  einen  kleinen
Scheidetrichter  Uber,  spült  mit  20—30  ccm  Wasser  nach  und  schüttelt  nach  dem
Erkalten  zweimal  mit  100  ccm  Äther  aus.  Nachdem  sich  in  einigen  Minuten  die
Ätherlösung  klar  abgesetzt  hat, 3 )  läßt  man  die  unterstehende  wässerig-alkoholische
Schicht  abfließen  und  wäscht  die  Ätherlösung  3-mal  mit  etwa  10  ccm  Wasser.
Kach  dem  Ablaufen  des  letzten  Waschwassers  filtriert  man  den  Äther  zur  Entfernung ­
  etwa  vorhandener  Wassertröpfchen  in  ein  Erlenmeyer-Kölbchen  und
destilliert  den  Äther  langsam  ab.
Beim  Trocknen  im  Wasserdampftrockenschranke  erhält  man  einen  meist  festen,
hei  tierischen  Fetten  schön  strahlig  kristallinen  Rückstand,  welcher  das  Cholesterin
bezw.  Phytosterin  enthält.
Die  vorstehenden  Mengenverhältnisse  müssen  genau  innegehalten
werden,  weil  anderenfalls  die  Ausschüttelungen  unter  Umständen
Schwierigkeiten  bieten,
*)  Da  sich  die  alkoholische  Kalilauge  bei  längerem  Stehen  meist  etwas  verändert
(Braunfärbung),  kann  man  auch  eine  wässerige  Kalilauge  (200  g  Kalihydrat  mit  Wasser
zu  300  ccm  gelöst)  vorrätig  halten  und  statt  der  200  ccm  alkoholischer  Kalilauge  60  ccm
der  wässerigen  Lauge  und  140  ccm  96°/ 0 -igen  Alkohol  zur  Verseifung  verwenden.
2 )  Um  den  Äther  wieder  zu  weiteren  Ausschüttelungen  verwenden  zu  können,  muß
®an  ihn  durch  mehrmaliges  Ausschütteln  mit  Wasser  von  seinem  Alkoholgehalte  möglichst
befreien.
8 )  Sollte  sich  die  Flüssigkeit  statt  in  2  in  3  Schichten  teilen,  so  setzt  man  noch
geringe  Mengen  (10—20  ccm)  Wasser  hinzu  und  schüttelt  nochmals  um.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.