Metadata: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Speisefette und -öle. 
d) da der Titer der Jodlösung sich nur wenig ändert — J. Lewkowitsch fand 
ihn nach 5 Monaten noch unverändert — so genügt auch hei trocknenden 
ölen die einmalige Einstellung derselben durch einen blinden Versuch. 
J. Hanus 1 ) hat an Stelle der Jodmonochloridlösung die Anwendung einer Jod- 
monobroinidlösung in Eisessig empfohlen, die vor der ersteren den Vorzug haben soll, 
daß sie leichter hergestellt werden kann, und daß eine Einwirkungsdauer von 16 Minuten 
auch bei trocknenden Ölen genügt. 
C. Phytosterin-Probe und Phytosterinacetat-Probe nach A. Bömer, 
A. Bömer 2 ) fand in allen von ihm untersuchten tierischen Fetten (Schweine 
fett, Rindsfett, Hammelfett, Butterfett, Lebertran, Eieröl) Cholesterin (Schmelzp. 
148,4—150,8° korrig.) und in allen pflanzlichen Fetten und ölen (Olivenöl, 
Palmbutter, Palmkernfett, Baumwollsamenöl, Erdnußöl, Sesamöl, Eüböl, Rapsöl, 
Hanföl, Mohnöl, Leinöl, Rizinusöl) Phytosterine 8 ) (Schmelzpunkte 138,0—143,8° 
korrig.) und gründet hierauf seine beiden Verfahren 4 ) zur Unterscheidung 
von Tier- und Pflanzenfetten und zum Nachweise von Pflanzenfetten 
in Tierfetten, die Phytosterin-Probe und die Phytosterinacetat-Probe. 
Von diesen ist die Phydosterinacetat-Probe weit empfindlicher und für den mit 
kristallograpbischen Untersuchungen weniger Vertrauten auch im allgemeinen 
leichter ausführbar, als die Phytosterin-Probe; dagegen führt die letztere, wenn es 
sich nur um den Nachweis handelt, ob Pflanzenfette bezw. größere Beimischungen 
von Pflanzenfetten zu Tierfetten vorliegen, weit schneller und mit geringeren 
Substanzmengen zum Ziele. 
Zur Prüfung der Fette mittels der Phytosterin-Probe und Phytosterinacetat- 
Probe ist zunächst die Abscheidung des sog. unverseifbaren Anteils (des „Roh- 
Cholesterins bezw. -Phytosterins“) erforderlich, welche nach A. Bömer 5 ) in folgender 
Weise erfolgt: 
а) Abscheidung des Roh-Cholesterins bezw. -Phytosterins. 6 ) 100 g Fett 
werden in einem Erlenmeyer-Kolben von etwa 1—1 1 / 2 1 Inhalt auf dem Wasser- 
4 ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrunga- u. Genußmittel 1901, 4, 913. 
2 ) Ebenda 1898, 1, 81. 
s ) Während es sich bei den Cholesterinen aus Tierfetten anscheinend um eine ein 
heitliche Verbindung handelt, zeigen die aus den verschiedenen Pflanzenfetten dargestellten 
Phytosterine selbst, wie auch ihre Ester, so große Unterschiede in den Schmelzpunkten, 
daß es sich bei ihnen offenbar nicht um eine einheitliche Verbindung, sondern entweder um 
verschiedene isomorphe Körper oder wenigstens um Gemische zweier oder mehrerer Körper 
in verschiedenen Verhältnissen handelt. Das Phytosterin aus Maisöl, dem A. H. Gill 
und Ch. G. Tufts (Journ. Amer. ehern. Soc. 1903, 25, 251 u. 254; Zeitsohr. f. Untersuchung 
d. Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 7, 47 u. 48) den Namen Sitosterin gegeben haben, 
ist hierin von den übrigen Phytosterinen nicht verschieden. 
4 ) E. Salkowski (Zeitschr. analyt. Chom, 1887, 20, 557) hat zuerst die Verschieden 
heit der in tierischen und Pflanzenfetten vorkommenden Alkohole (Cholesterine) zum 
Nachweise von Pflanzenfetten in tierischen Fetten, insbesondere von Baumwollsamenöl, Rüböl 
und Leinöl im Lebertran verwendet. Er will im Butterfett neben Cholesterin auch Phyto 
sterin gefunden haben und nimmt ferner an, daß das Phytosterin nur in Samenölen und 
nicht in den aus dem Fruchtfleisch gewonnenen Ölen (Palmbutter, Olivenöl) vorkomme. 
5 ) Für die Abscheidung des „unverseifbaren Anteils“ der Fette und Öle nach 
A. Bömer ist ein Arbeiten mit verhältnismäßig großen Äthermengen erforderlich; es sind 
daher vorwiegend aus diesem Grunde eine Reihe von anderen Vorschlägen gemacht worden, 
die ebenfalls Verwendung finden können, von denen aber keines, was Schnelligkeit der 
Ausführung betrifft, das nachstehend beschriebene Verfahren erreicht. 
б ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1898, 1, 21.
	        
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