Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  der  Mineralböden.

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stände  dient  1 / 10  oder,  wenn  der  Boden  reich  an  in  Salzsäure  und  Schwefelsäure
löslichen  Bestandteilen  ist  und  verhältnismäßig  nur  wenig  Quarzsand  +  Silikate  hezw.
Silikate  enthält,  1 / 5  desselben  zur  Aufschließung  mit  Flußsäure.
Angenommen,  die  zum  Aufschließen  mit  Schwefelsäure  verwendeten  28,25  g
(entsprechend  30  g  des  ursprünglichen  Bodens)  hinterlassen  24,3476  g  Rückstand
(Quarzsand  +  Silikate),  so  wägt  man  hiervon  nach  dem  Zerreiben  2,4348  g  ah.
Da  zum  Aufschließen  mit  Schwefelsäure  1 / 5  des  Salzsäure-Rückstandes,  zum  Aufschließen ­
  mit  Flußsäure  1 / 10  des  Schwefelsäure-Rückstandes  verwendet  wurde,  so  ent-.
  ,  111
spricht  die  für  den  Flußsäure-Auf  Schluß  angewendete  Substanzmenge  X  ]()  —
150
der  ursprünglich  abgewogenen  Bodenmenge  von  150  g  =  —=  3  g  Boden.  Berechnet
man  wie  unter  2  (S.  31)  die  gefundenen  Ergebnisse,  d.  h.  den  Gehalt  an  Kali  hezw.
Feldspat  nicht  für  die  abgewogenen  2,4848  g,  sondern  für  3  g,  so  erhält  man
den  Gehalt  direkt  in  Prozenten  des  ursprünglichen  Bodens  und  umgeht  die  lästige
Umrechnung.
Das  Aufsehließen  mit  Flußsäure  wird  am  besten  mit  flüssiger,  d.  h.
gelöster  Flußsäure  oder  mit  einem  Gemisch  von  Fluorammonium  und  Schwefelsäure
ausgeführt,  kann  aber  auch  mit  gasförmiger  Flußsäure  geschehen.
Im  ersteren  Falle  bringt  man  obigen  Rückstand  in  eine  Platinschale,  feuchtet
ihn  mit  Wasser  an  und  übergießt  mit  starker  Flußsäure.  Darauf  bedeckt  man
die  Schale  und  läßt  unter  öfterem  Umrühren  mit  einem  Platinspatel  2—3  Tage
stehen,  bis  die  Masse  breiartig  zergangen  ist.  Darauf  wird  zur  Austreibung  der
gebildeten  Kieselfluorwasserstoffsäure  unter  mehrfachem  Umrühren  auf  dem  Wasserbade ­
  zur  Trockne  verdampft,  der  Rückstand  mit  konzentrierter  Schwefelsäure  befeuchtet ­
  und  letztere  durch  Erhitzen  der  Schale,  indem  man  eine  ganz  kleine
Flamme  vom  Rande  aus  einwirken  läßt,  verjagt.  Die  von  überschüssiger
Schwefelsäure  befreite  trockne  Masse  wird  mit  warmem,  salzsäurehaltigem  Wasser
aus  der  Schale  aufgenommen,  in  ein  Becherglas  gespült  und  gekocht.  Falls  sich
nicht  alles  löst,  wird  filtriert,  der  Rückstand  in  derselben  Weise  zum  2.  oder  3.ten  Male
mit  Flußsäure  behandelt  und  die  salzsaure  Lösung  zu  der  ersten  gegeben.
Die  Aulschließung  mit  gasförmiger  Flußsäure  erfolgt  in  der  Weise,  daß
der  obige  Rückstand  in  einer  Platinschale  flach  ausgebreitet,  mit  verdünnter  Schwefelsäure ­
  angefeuchtet  und  in  besonders  für  diesen  Zweck  hergestellte  Bleikästen  (mit
doppeltem  Rand  und  Deckel)  gestellt  wird,  auf  deren  Boden  sich  gepulverter,  mit
konzentrierter  Schwefelsäure  angerührter  Flußspat  befindet.  Der  bedeckte,  gut
schließende  Bleikasten  wird  einige  Tage  —  meistens  genügen  2  bis  3  Tage  zur  Aufschließung ­
  von  3  bis  4  g  —  auf  einer  Temperatur  von  50—70°  gehalten,  zeitweise
geöffnet  und  dafür  Sorge  getragen,  daß  eine  beständige  Entwickelung  von  Flußsäure
stattfindet.  Nach  2—3  Tagen  nimmt  man  die  Platinschale  heraus,  verdampft  vorsichtig ­
  die  überschüssige  Schwefelsäure  und  nimmt  mit  salzsäurehaltigem  Wasser
auf;  falls  Substanz  ungelöst  bleibt,  wird  dieselbe  abfiltriert,  nach  dem  Trocknen  und
Glühen  in  derselben  Weise  zum  2.  und  nötigenfalls  zum  3.ten  Male  behandelt.
Die  salzsaure  Lösung  enthält  die  in  den  Feldspaten  und  sonstigen  Silikaten
vorhandenen  Basen,  nämlich:  Tonerde  (unter  Umständen  auch  etwas  Eisenoxydul  und
Manganoxydul),  Kalk,  Magnesia,  Kali  und  Natron.  In  den  meisten  Fällen  kommen
nur  Tonerde,  Kali  und  Natron  in  Betracht,  während  die  anderen  Basen  nur  in  sehr
geringer  Menge  vorhanden  sind  und  nicht  bestimmt  zu  werden  brauchen.  Die  Bestimmung ­
  der  Basen  erfolgt  nach  den  unter  2b«  und  2  b  y  (S.  32)  angegebenen
Verfahren.  Ist  Kalk  und  Magnesia  in  größerer  Menge  vorhanden,  so  werden  auch
Landwirtschaftliche  Stoffe,  3.  Auflage.
            
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