Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Speisefette und -öle. 
Verfahren sehr ähnlich und nur in dem Ausdrucke der Untersuchungsergebnisse 
wesentlich abweichend ist, auf die umfangreiche Literatur. 1 ) 
Nachweis und Bestimmung von Kokosfett in Butter mittels der 
Polenskeschen „Neuen Butterzahl“. 
Die Ausführung des Verfahrens unterscheidet sich in keiner Weise von 
der Bestimmung der Beichert-MeißIschen Zahl; es ist nur eine weitere Aus 
nutzung derselben. Um übereinstimmende Zahlen zu erhalten, ist es jedoch ge 
boten, nicht allein die Vorschrift zur 
Ausführung des Verfahrens genau zu 
befolgen, sondern auch ganz besonders 
darauf zu achten, daß sich die Größen- 
und Form Verhältnisse des Destillations 
apparates so genau als möglich denen 
der nebenstehenden Abbildung (Fig. 
266) anpassen. 2 ) 
5 g Butterfett werden in üblicher 
Weise nach Leffmann-Beam (vergl. 
S. 527) in einem 300 ccm-Kolben von 
Jenaer Glas verseift. Die wässerige 
Seifenlösung muß farblos oder nur 
schwach gelblich 3 ) gefärbt sein; sie 
wird auf etwa 50° erwärmt, alsdann 
mit 50 ccm verdünnter Schwefel 
säure (25 ccm konzentrierte Schwefel 
säure auf 1 1) und darauf mit einer 
Messerspitze voll groben Bimsstein 
pulvers 4 ) versetzt und nach sofortigem 
Verschluß des Kolbens der Destillation 
unterworfen. Es ist zweckmäßig, die 
Flamme schon vorher so zu regeln, 
daß die 110 ccm Destillat in 19—21 
Minuten übergehen. Die Kühlung ist 
während, der Destillation so ein- 
zuriohten, daß das Destillat keines 
wegs warm, aber auch nicht zu 
kalt, sondern mit der unter gewöhn 
lichen Verhältnissen sich ergebenden 
Temperatur von etwa 20—23 0 abtropft. 
Sobald 110 ccm Destillat übergegangen sind, wird zunächst die Flamme ent 
fernt und darauf die Vorlage sofort durch einen Meßzylinder von 25 ccm Inhalt ersetzt. 
J ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1901, 4, 752; 1902. 5, 
221, 222; 1904, 7, 193. 
2 ) Nach A. Hesse (Milchwirtsch. Centralhl. 1906,1,13) sind die Größe des Destillations 
kolbens, die Destillatiousdauer und die Größe des zugesetzten Bimssteins von der größten, 
die übrigen Verhältnisse dagegen von geringer Bedeutung für das Ergebnis. 
3 ) Stark ranzige oder talgige Fette, hei denen die Seifenlösung braun gefärbt ist, 
sind von der Prüfung auszuschließen. 
4 ) Durch die Verwendung von grobem Bimssteinpulver wird ein gleichmäßigeres 
Sieden erreicht als durch die sonst gebräuchlichen Bimssteinstüoke, mit welchen letzteren 
man nach A. Hesse (Milchwirtsch. Centralbl. 1905, 1, 13) abweichende Ergebnisse erhält.
	        
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